Prototyp jetzt in Berlin vorgestellt
Mobile Computing: Forscher entwickeln Lesebrille für Blinde
Die Warenettiketten im Supermarkt, Hinweisschilder in Gebäuden, der Fahrplan an der Haltestelle - Lesen gehört zum Alltag dazu. Was für die meisten von uns selbstverständlich ist, stellt Blinde oftmals vor ein großes Problem. Forscher von der Freien Universität Berlin und der Max-Planck-Gesellschaft haben daher jetzt eine neuartige Lesebrille entwickelt. Sie ermöglicht Sehbehinderten, auch unterwegs ohne fremde Hilfe selbst zu "lesen".
Herzstück der intelligenten Lesebrille ist dann eine hochauflösende Kamera, mit deren Hilfe Zeitungen, Bücher oder andere Texte gescannt werden. An die Kamera angeschlossen ist ein Mini-Computer, der den eingescannten Text verarbeitet und ihn über ein Headset wiedergibt. Steuern lässt sich die Apparatur ganz einfach per Sprachbefehl.
Das menschliche Auge stand Pate
Eine der Hauptschwierigkeiten bei der Entwicklung der Lesebrille bestand darin, dass das zu erkennende Objekt häufig nicht von einem einzigen Kamerabild vollständig erfasst werden konnte. Die Problemlösung haben sich die Forscher dann letztendlich vom menschlichen Auge abgeguckt:
Um einen komplexen Gegenstand wie beispielsweise eine Zeitung erfassen zu können, springt das menschliche Auge hin und her und setzt so aus vielen Puzzleteilen ein Gesamtbild zusammen. Bei der neu entwickelten Lesebrille werden analog dazu von einer Kamera mehrere Bilder durch kleinste Bewegungen erzeugt und dann von einer Software zu einem vollständigen Bild zusammengefügt.
Mehr Informationen
Mehr Informationen zur Lesebrille für Blinde gibt es bei der Initiative "Partner für Innovation", der sowohl die Freie Universität Berlin als auch die Max-Planck-Gesellschaft angehören.
