Eizo L778 im Test: Luxus-Flachbildschirm für Spiele und Videos
C-Booster: Kontrast, wenn man ihn braucht
Seinen hohen Kontrastreichtum von 1.000:1 merkt man dem L778 gleich an: Bild und Schrift sind gestochen scharf, die Farben satt und gleichmäßig. Darüber hinaus gibt es einen Detailreichtum zu bestaunen, der Besitzern von TN-Modellen die Tränen in die Augen treiben dürfte. Was uns hier geboten wird, gehört zweifellos zum Besten, was der breite Markt der Flachbildschirme derzeit zu bieten hat. Auch im analogen Betrieb bleibt dieser Eindruck erhalten.
Wem der ohnehin schon hervorragende Kontrast nicht gut genug ist, der kann ihn mit dem "C-Booster" noch optimieren. In Echtzeit werden dabei so genannte "Tonwert-Histogramme" berechnet. Was kompliziert klingt, gestaltet sich in der Praxis denkbar einfach: die Bildinhalte werden analysiert, anschließend werden Kontrast und Farbe automatisch angepasst. Der Betrachter kann zwischen zwei unterschiedlichen Graden der dynamischen Anpassung wählen.
"So werden zum Beispiel kaum sichtbare Details in dunklen Videoszenen sichtbar und deren Farbigkeit verstärkt", erklärt Eizo - was sich im weiteren Testverlauf auch bewahrheiten sollte. Die Helligkeit des L778 entspricht mit 250 Candela pro Quadratmeter dem eines Standard-LCDs. Sie reicht aber selbst ohne Tageslicht vollkommen aus. Auf der höchsten Einstellung wirkt die Anzeige weder zu grell, noch zu dunkel. Zwischen Minimal- und Maximalwert liegt ein großzügig bemessener Spielraum.
Schwarzsehen in Bestform
Ein weiteres, wichtiges Qualitätsmerkmal eines Flachbildschirms ist seine Fähigkeit zum Schwarzsehen. Schwarz soll schließlich Schwarz bleiben, und nicht in ein dunkles Grau oder Braun abdriften. Hier überzeugt der Eizo L778 auf der ganzen Linie. Zu jeder Tages- und Nachtzeit stellt er ein sattes, tiefes Schwarz zur Schau. Ausleuchtungsprobleme scheinen ihm völlig fremd zu sein. Weiterhin bleiben auch irritierende Spiegelungen oder Kristalleffekte aus, wie sie oft bei Monitoren mit TN- oder IPS-Panel zu sehen sind.
Spiele
Eizo empfiehlt uns, dem L778 mindestens eine halbe Stunde Zeit zum Aufwärmen zu geben. Diese gewähren wir ihm auch, bevor wir uns endlich ins spielerische Gefecht stürzen. Ein leicht mulmiges Gefühl schleicht sich ein, da wir es nunmal mit einem PVA-Panel zu tun haben. Andere Modelle mit ähnlicher Technologie, wie zum Beispiel der HP L1955, enttäuschten hier trotz einer laut Datenblatt recht guten Reaktionszeit. Für den Wechsel zwischen verschiedenen Tonwerten gibt Eizo dem L778 nur 12 Millisekunden, für Schwarz auf Weiß lediglich vier Millisekunden mehr.
Der sperrig bezeichnetet "Dynamic Motion Picture Overdrive" zahlt sich aus: die Beschleunigung der sonst recht schaltfaulen Technologie Samsungs gründet auf der Vorausberechnung von Bildinformationen und wohl dosierter Übersteuerung. Das Konzept geht auf - ein schnelleres Display der PVA-Klasse dürfte dieser Tage schwer zu finden sein. Wir finden, dass es in Sachen Reaktionsfreude locker mit einem S-IPS-Modell mithalten kann, hinsichtlich der Bildqualität aber haushohe Überlegenheit demonstriert.
