Louis Viton und Rolex aus chinesischen Hinterhof-Werkstätten
Spam: Falsche Luxusgüter beliebteste Offerte
Christian Rentrop
Louis Viton und Abercrombie
Etwas abgeschlagen auf Platz vier folgt Abercrombie & Fitch, ebenfalls Bekleidungs-Designer. "Design" heißt in diesem Fall vor allem der Verkauf von kaputten Jeans, aber nur eine ab Werk kaputte Abercrombie-Jeans ist ja bekanntlich stilvoll und elegant. Die alte Dreckslevis hingegen darf's nicht sein.
Zuguterletzt der eigentliche Allstar unter den Produktpiraterie-Opfern: Lacoste. Die ewige Edelmarke unter den Bekleidungshersteller, Lieblingsmarke finanzstarker Jura-Studenten und komischer fliegender Händler an italienischen Stränden nur auf Platz fünf? Das ist natürlich hart. Da muss jemand mal die Kollektion überdenken.
Die altbekannte und fehlerhafte Raubkopierer-Argumentation
Die Edelmarken sind natürlich schon lange Ziel von Produktpiraten. Eine ernsthafte Bedrohung für ihr Bestehen sind die Raubkopien aber nicht. Der Argumentationsfaden läuft ähnlich wie bei der Film- und Musikbranche: Jede Raubkopie ist ein Kunde, der sich die CD oder den Film nicht kauft oder ansieht. Dass es diverse Raubkopierer gibt, die sich bestimmte Filme und Musik ohne Raubkopie ohnehin nie ansehen würden, wird selten berücksichtigt.
Genau wie die Plattenfirmen glauben auch die Edelmarken, durch Produktpiraten ginge ihnen Umsatz verloren. Doch welcher Rentner aus dem Ruhrpott würde sich schon Lacoste-Shirts kaufen, wenn er sie nicht für günstig als Raubkopie in einem Niedriglohnlang holen könnte? Übrigens: Die Qualität dieser Raubkopien kommt nicht einmal ansatzweise an die Qualität der Originale heran. Vielmehr ist sie zum weglaufen, weshalb man sich das Geld besser spart.
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