Louis Viton und Rolex aus chinesischen Hinterhof-Werkstätten
Spam: Falsche Luxusgüter beliebteste Offerte
Christian Rentrop
Gefälschte Rolex, gefälschte Puma-Schuhe, gefälschte Parfüms. Was nach den Mitbringseln eines Türkei-Touristen klingt, ist in Wahrheit das, was Spammer zur Zeit am liebsten anbieten. Nach Angaben des Web-Portals Lycos hat sogenannter Luxus-Spam in den vergangenen zwölf Monaten massiv zugenommen. Die Penis-Verlängerung wird subtiler, statt komischer Mittel oder einer OP wird jetzt die Rolex als Potenzverbesserung genutzt.
Laut Lycos wurden im Lauf des Jahres 2004 rund 133 Millionen Werbenachrichten abgefangen, die sich im weitesten Sinn mit Markenpiraterie befassten. 2003 waren es "nur" 35 Millionen derartiger Spam-Nachrichten. Lycos spricht von einer vervierfachung innerhalb des letzten Jahres. Eine enorme Zuwachsrate, auch gegenüber dem "normalen" Spam-Aufkommen.
Top 5 des Luxus-Spams
Lycos hat eine Top 5 der am häufigsten angebotenen Marken zusammengestellt. Die entspricht auch ungefähr dem Angebot auf türkischen Bazaren und Touri-Abzockbuden. An erster Stelle: Die Edeluhren-Schmiede Rolex, rund 10 Prozent aller 133 Millionen abgefangenen Luxus-Spams boten gefälschtes Gold mit gefälschten Brillianten an.
An zweiter Stelle: Der Handtaschen-Bauer Louis Viton, beliebtes Utensil von Luxus-Mädchen überall auf der Welt. Denn wichtig ist, was teuer ist. Das jedenfalls ist eine beliebtes Credo. Fast genauso beliebt und auf Platz drei der Top 5: Edelklamotten der britischen Marke Burberry. Die im besten britischen Stil gehaltene Kleidung des Designhauses ist ungefähr so geschmackvoll wie britisches Essen. Deshalb stellt sich die berechtigte Frage, woher die offensichtliche Nachfrage nach gefälschter Ware dieses Anbieters kommt. Denn ohne Nachfrage keine Angebote.
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