Versicherer entdecken die IT-Pest
Sicherheit: Versicherung gegen Computerwürmer
Dumm gelaufen: Sämtliche Rechner im Büro müssen neu installiert werden, weil ein Wurm zugeschlagen hat. Zwei Tage liegt die Firma brach und der Kostenausfall geht in die Tausende. Glücklich, wer da eine Versicherung hat, zum Beispiel von der HUK-Coburg oder der VHV. Die bieten so etwas nämlich jetzt als erste Versicherer in Deutschland an.
Inhaltsverzeichnis
- 1VHV gegen HUK
- 2Keine Sicherheit
- 3Lohnt kaum
VHV gegen HUK
Dabei haben sich die beiden Versicherer völlig verschiedene Systeme erdacht: Während die HUK ausschließlich den Versender finanziell gegen Ansprüche des Empfängers sichert, bietet die VHV auf eine Versicherung für Schäden bei Versender und Empfänger. Je nach Versicherung ist es also keine gute Idee, sich den Wurm selbst auf den Rechner zu packen, um ein paar Tage Urlaub zu bekommen.
Die HUK-Coburg hat die private Haftpflicht ausgedehnt. Wie bei einer normalen Haftpflicht übernimmt die Versicherung Schäden, die durch den Versicherungsnehmer entstanden sind. Der Versicherte kann also versehentlich einen Wurm an ein grosses Unternehmen schicken. Das erhält dann von der Versicherung des Versenders ihre Kosten erstattet, die es durch den Virus oder Wurm hatte.
Keine Sicherheit
Allerdings wird nicht jeder blind versichert. HUK-Kunden müssen nachweisen, dass er sowohl Firewall, als auch Virenscanner benutzt. Und zwar auf seinem eigenen System. Ist das nicht der Fall, ist der Schutz dahin. Allerdings ist es bisher auch eher selten, dass Wurmversender, die selber Opfer der Plage geworden sind, zur Kasse gebeten werden. Zumal die meisten Wurm-Pandemien durch fehlerhafte Bedienung oder Unvorsicht in Sachen Internet entstehen. Spam-Bots deckt die Versicherung deswegen auch nicht ab.
Anders die VHV: Die schützt Versicherungsnehmer und "Opfer" im Rahmen der Software-Versicherung "IT-PROTECT". Um diese in Anspruch nehmen zu können, muss der Versicherungssnehmer sich allerdings erst einer Analyse unterziehen. Zuständig sind Risiko- und Sicherheitsexperten der Versicherung.
Lohnt kaum
Bei dem Modell der VHV handelt es sich um eine Lösung für professionelle Betriebe. Entsprechend gilt die Versicherung nur unter der Bedingung, dass die Angriffe konkret dem Unternehmen galten, für das die Versicherung abgeschlossen wurde. Heißt: Eine zufällige Wurm-Attacke Marke Sasser wird nicht abgedeckt. Dabei ist das die wohl häufigste Form der Wurm-Attacke.
Insgesamt ist fraglich, ob sich die beiden Versicherungsmodelle lohnen. Denn keines von beiden deckt tatsächlich Schäden ab, die durch Würmer und Viren entstehen können. Stichwort Datenverlust. Das ist die unangenehmste Seite der Virenplage. Und dagegen ist keine Versicherung in Sicht. Warum auch? Versicherer sind auch nichts anderes als Unternehmen. Und was sich nicht lohnt, wird nicht versichert.
Weitere Informationen
Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Firewall hier.
