Instant Messenger: Persönlichkeitsrechte in der EULA-Falle

Yahoo legt Wert auf Sicherheit

Auch die EULA des Yahoo-Messengers verweist auf eine Security-Website. Da ist dann auch klargestellt, welche Daten Yahoo so sammelt: "Bei der Registrierung fragen wir nach Informationen wie Name, E-Mail, Geburtsdatum, Geschlecht, Wohnort, Beruf und persönliche Interessen. (...) Wenn Sie sich einmal für Yahoo registriert haben und sich in unsere Dienste einwählen, sind Sie nicht mehr anonym für uns." Eine nette Formulierung.

Aber was passiert mit den gesammelten Daten? Genau wie Microsoft nimmt auch Yahoo Abstand davon, die Daten zu verkaufen, vermieten oder weiterzugeben, solange der Nutzer das nicht ausdrücklich verlangt hat. Allerdings behält sich der Dienst vor, die Daten im Ermittlungsfall herauszugeben. Sonst verhält sich Yahoo, jedenfalls anhand der Lizenzbedingungen, recht ruhig.

Werbung

Stattdessen warnt der Dienst sogar vor Datenräubern: "Sie verstehen, dass die technische Bearbeitung und Übertragung des Dienstes beinhaltet, dass a) Übertragungen über verschiedenste Netzwerke vorkommen; und dass b) Änderungen zur Anpassung an technische Bedürfnisse zum Anschluss von Netzwerken durchgeführt werden können."

Nichts ist sicher

Insgesamt schneiden vor allem die drei grossen IM-Clients AIM, ICQ und MSN in Sachen Lizenzvertrag übel ab. Der User verkauft bei der Installation seine Seele, was im heutigen Zeitalter ja eher harmlos ist. Wesentlich schwerwiegender ist die Tatsache, dass er auch Rechte an seinem geistigen Eigentum gegenüber den Betreibern der IM-Dienste abtreten muss. Was über den Messenger verschickt wird, kann vom Online-Dienst, sei es AOL oder MSN, ausgiebig genutzt werden.

Zumindest in der Theorie. In der Praxis dürfte es den Diensteanbietern kaum möglich sein, sinnvolle von sinnfreien Informationen zu trennen. Besonders nicht bei dem Wust an Informationen, die tagtäglich über die IM-Netze gehen. So gesehen besteht also keine ernsthafte Gefahr für den einzelnen. Dennoch sollte jeder User auf der Hut sein, was er über den Messenger verschickt, denn grundsätzlich kann sich jeder Techniker, der an den Servern arbeitet, Zugriff auf Daten und Gesprächsprotokolle verschaffen. Und gegebenfalls sogar mitschreiben - auch ohne Benutzerlizenz.

Was ist mit Multi-Messengern?

Nach der Veröffentlichung des Artikels kamen vermehrt Fragen in der Redaktion an, wie es sich mit Multimessengern wie Trillian oder AdiumX verhält. Diese decken gleich mehrere IM-Dienste ab, ohne die jeweilige EULA anzuzeigen. Stattdessen zeigen sie die EULA des Programms selbst an, die normalerweise unabhängig von den Nutzungsbedingungen der IM-Dienstanbieter ist.

Die Situation diesbezüglich ist nicht ganz klar: Einerseits könnte der User argumentieren, der EULA nicht zugestimmt zu haben. Andererseits beinhalten sämtliche Lizenzbestimmungen normalerweise die Klausel, dass man mit der Nutzung des Dienstes oder der Software den Nutzungsbedingungen zustimmt. Wer sicher gehen will, sollte auf ein freies Protokoll wie Jabber setzen oder Verschlüsselung benutzen.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Chat & Messenger hier.