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02.08.2005
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Herr S. im LCD-Dschungel

Der Flachbildschirm, das unbekannte Wesen

Monitore

Kontrastreich: MVA und PVA



Technische Feinheiten sind Herrn S. ein Gräuel. Er sieht sich als typischer Endanwender und deshalb nur an, was diese ihm letztendlich an Vor- und Nachteilen bringen. Er hört sich zuerst in Sachen MVA (Multi-Domain Vertical Alignment) und PVA (Patterned Vertical Alignment) um, da sich die beiden Technologien hinsichtlich ihrer Werte kaum voneinander unterscheiden. Tatsächlich basiert die Ansteuerung der Flüssigkeitskristalle per PVA auf dem MVA-Verfahren. Sie stellt allerdings eine Weiterentwicklung Samsungs dar, die auch andere Monitorhersteller lizensieren dürfen.

Beide Technologien bestechen durch die derzeit besten Kontraste bei höchsten Blickwinkeln, außerdem können sie bis zu 16,7 Millionen Farben darstellen. Daher werden MVA- und PVA-Bildschirme mitunter auch von professionellen Grafikern eingesetzt. Aufgrund der geringen Lichtdurchlässigkeit ist hier jedoch eine stärkere Hintergrundbeleuchtung gefordert, die zu einem höheren Stromverbrauch führt. Leider reagieren sie etwas träge und sind deshalb für Computerspiele eher zweite Wahl. Das könnte sich aber schon bald ändern, da besonders schnelle "Overdrive"-Modelle wie der Eizo L778 und Sony HS95P auf unserem Prüfstand bereits eine absolut spieletaugliche Vorstellung ablieferten.

Ausgeglichen: IPS und S-IPS

Mit IPS-Technologie (In Plane Switching) angesteuerte Bildschirme verfügen über ebenso hohe Sichtwinkel, brauchen aber eine noch hellere Lichtquelle und dementsprechend mehr Energie. Dennoch verbraucht ein moderner Röhrenbildschirm durchaus das Dreifache. Weiterhin liegen ihre Schaltzeiten deutlich unter denen von MVA und PVA. Im direkten Reaktionsvergleich kann es sogar vorkommen, dass ein IPS-LCD mit 25 Millisekunden besser abschneidet als ein MVA-LCD mit derselben Herstellerangabe.

Qualitativ kann IPS jedoch nicht ganz mithalten und hat besonders beim Kontrast Nachsehen. In dieser Hinsicht ist der Käufer mit der Weiterentwicklung Super-IPS (S-IPS) besser beraten. Sie verfügt über die bessere Farbstabilität und ermöglicht schnellere Reaktionszeiten. Leider findet S-IPS meist nur in größeren Bildschirmen ab 20 Zoll Verwendung, die zwar teuer sind, aber zum Teil auch professionell eingesetzt werden können.

Schnell und billig: TN + Film

Fällt der Begriff TN (Twisted Nematic) oder TN + Film, stehen dem Grafikprofi die Haare zu Berge - Zocker bekommen hingegen leuchtende Augen. Dabei handelt es sich um die preisgünstigste und schnellste, aber qualitativ schlechteste der genannten Technologien. Anders als bei MVA, PVA und IPS können höchstens 16,2 statt 16,7 Millionen Farben angezeigt werden. Abstufungen und Schattierungen kommen nicht so gut zur Geltung. Deshalb können dunkle Details, wie sie beispielsweise im düsteren Doom 3 an der Tagesordnung stehen, schnell ins Schwarze abdriften und gänzlich von der Bildfläche verschwinden.


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