Noch mehr DSL: ADSL2+ verspricht 24 Mbit/s

Alte Probleme und neue Technologien

Eine der seit Beginn des Telefonzeitalters bekannten Störungen ist das Nebensprechen. Dabei überlagern sich zwei Gespräche, die auf nebeneinander liegenden Drähten im gleichen Telefonkabel geführt werden. In der Sprachtelefonie ist das Problem längst überwunden, bei der hochfrequenten DSL-Übertragung treten diese Interferenzen erneut auf und behindern den Datenverkehr.

Werbung

Die erste ADSL-Generation leidet besonders darunter: Tritt eine Interferenz auf, sinkt die Transferrate der gestörten Trägerfrequenz drastisch ab, die Leitung bricht zusammen. Die zum Beginn der Verbindung von Modem und Vermittlungsstelle ausgehandelten Transferraten müssen neu ermittelt werden. Damit das nicht zu oft vorkommt, können pro Telefonkabel nicht alle Drähte mit DSL versehen werden.

Allen Interferenzen zum Trotz

ADSL2 hat mit dem Interferenz-Phänomen weniger Probleme, die Transferraten lassen sich bei bestehender Verbindung änden. Kommt es also zur Interferenz, geht die Transferrate kurzzeitig zurück. Modem und Vermittlungsstelle versuchen daraufhin, die alte Stärke der Trägerfrequenz wieder herzustellen. Wenn die Interferenz verschwunden ist, gibt die Leitung erneut die volle Leistung frei.

Damit Interferenzen gar nicht erst auftreten, kann ADSL2 die Stationen anweisen, die Sendeleistung zu verringern. Mit einem Energiesparmodus werden ungenutzte ADSL2-Anschlüsse ebenfalls heruntergefahren. Mit dieser Technik kann eine Telefonleitung ein weiteres Plus an DSL-Anschlüssen aufnehmen.

Mehr Frequenzen, noch mehr Leistung - ADSL2+

Bis zu 24 Mbit/s sollen Verbindungen liefern, die mit ADSL2+ arbeiten - allerdings nur in einem Radius von 1,5 Kilometern um die Vermittlungsstelle. In Puncto Gesamtreichweite kann ADSL2+ nicht mehr viel nachlegen. Für beide Erscheinungen sind die neu gewonnenen Trägerfrequenzen verantwortlich.