EU-Bürokraten gegen Chip-Tuning

Chip-Implantate: Bedrohung der Menschenwürde

Chip-Implantate sind beliebter Science-Fiction-Stoff. In der Matrix wie im Minority Report: Der Computerchip im Körper als Gefahr für den Menschen. Die Fiktion wird zur Zeit Wirklichkeit. Und die Implantate haben einen Ruf zu verlieren.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Blinde werden sehend
  2. 2Staatlicher Missbrauch
  3. 3Datenschutz muss greidfen
  4. 4Europäische Regelwut vs. Bürgerwillen

Die zunehmende Verbreitung von Chip-Implantaten hat die Europäische Gruppe für Ethik (EGE) auf den Plan gerufen. In einem Empfehlungsschreiben bewertet die Gruppe die ethischen Aspekte der Chip-Installationen im menschlichen Körper. Während medizinische Implantate laut der Gruppe den gleichen Status wie Herzschrittmacher genießen, sind andere Implantate eher bedenklich.

Werbung

Blinde werden sehend

Ein Beispiel: Ein Computerchip macht einen Blinden sehend. Religiöse Extremisten mögen jetzt argumentieren: Selbst Schuld, Gottes Strafe, dass er blind ist. Doch für den Rest der Menschheit bedeutet das vor allem eins, nämlich dass eine unangenehme Behinderung mit technischen Mitteln zumindest teilweise umgangen werden kann. Ungefähr so, wie mit einem Hörgerät oder einer Hüftprothese.

Doch es gibt auch andere Chips, sogenannte ICT-Implante. ICT, das steht für "information and communication technologies", also Implantate, die eben nicht nur Kranken auf die Sprünge helfen, sondern Gesunden eingepflanzt werden. Zum Beispiel als Personalausweis-Ersatz oder als Tuning für bestehende Fähigkeiten. Oder, in Zukunft, die Vernetzung des Menschen mit dem Rechner.

Staatlicher Missbrauch

Im Gegensatz zu den medizinischen Implantaten bestünde hier laut der EGE grundsätzlich die Gefahr des Missbrauchs. So erlauben zum Beispiel Neuro-Implantate theoretisch eine Kontrolle des Menschen von Dritten. Beispiel: Ein Chip im Hirn soll eine Leseschwäche beheben, erlaubt aber gleichzeitig eine Art Fernsteuerung des Menschen.