Samsung-TFTs mit vier Millisekunden und Luftionisierer
CeBIT: Flachbildschirme für Zocker, Farbenblinde und Gestresste
Monitore
Das Hickhack um die schnellsten Reaktionszeiten konnte Samsung auf der CeBIT um die Haarspalterei einer Tausendstel Sekunde knapp für sich entscheiden. BenQ blieb mit einem flotten Grau-Wechsel von nur fünf Millisekunden dicht auf den Fersen. Mit ungewohnte Tönen kündigt der koreanische Monitorhersteller zudem einen "Welness-Monitor" an, der Stress abbauen und helfen soll, Depressionen zu verhindern.
Wie wir uns selbst überzeugen konnten, kann eine Reaktionszeit von acht Millisekunden schon vollkommen ausreichend sein, um Schlieren aus dem rasanten Spielgeschehen akuteller 3D-Shooter zu verbannen. Für den Farbwechsel von Grau zu Grau benötigt der SyncMaster 930B nur die Hälfte der Zeit. Ausgeliefert wird er mit einem analogen und digitalen Eingang sowie einer Auflösung von 1.280 x 1.024 Bildpunkten. Der horizontale und vertikale Einblickwinkel beläuft sich auf jeweils 160 Grad.
Chip und Software für Farbenblinde
Während sich mit "MagicBright" die Helligkeit in verschiedenen Stufen an die Bedürfnisse des Betrachters anpassen lässt, soll "MagicColor" die Farben stärker strahlen lassen. Dafür analysiert ein Chip die eingehenden Bildsignale und stellt die optimale Farbsättigung automatisch ein. Wer mit Farbblindheit geschlagen ist, dem soll hingegen soll der nahezu baugleiche 930C weiterhelfen: mit einer speziellen Software können die Farbverläufe der Sehstörung angepasst werden.
Die dort eingegebenen Informationen verarbeitet dann ein Chip innerhalb des Monitors. Da die Einstellungen einfach gespeichert und wieder abgerufen werden können, werden hier auch Normal-Sichtige nicht benachteiligt. Hier bleibt allerdings zu bedenken, dass das verwendete TN-Panel schon bauartbedingt nicht so viele Farben darstellen kann wie ein MVA-, PVA- oder (S)IPS-Panel.
Bildschirmarbeit als Therapieform?
Die Art und Weise, wie Samsung seinen selbsternannten "Wellness-Monitor" 721SA anpreist, weist durchaus Parallelen zu den Produktbeschreibungen eines Esoterik-Katalogs auf:
"Über einen kleinen Schlitz an der Vorderseite werden negativ geladene Ionen in den Raum abgegeben. Das hat eine positive Auswirkung auf den Körper: Der Effekt ist der gleiche, als würde man sich vor einem rauschenden Wasserfall entspannen oder einen Waldspaziergang machen. "MagicGreen" heißt diese Errungenschaft von Samsung. Sie soll Stress abbauen und helfen, Depressionen zu verhindern."
Es ist davon auszugehen, dass es sich im Prinzip um einen gewöhnlichen Lufterfrischer handelt, der Staub, schlechte Gerüche und Feinstpartikel aus der Atemluft filtert. Englische Forscher probten bereits vor zwei Jahren den Einsatz von Ionisiergeräten in Krankenhäusern, um krankheitserregende Keime loszuwerden.
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