Studie beweist Skepsis
RFID: Skeptische Europäer
Laut einer Studie des Marktforschungs-Unternehmens Capgemini stehen die Europäer der RFID-Technologie skeptisch gegenüber. Das Verhältnis zu den kleinen Funktags ist gespalten, Zuneigung und Abneigung abhängig vom Einsatzbereich.
Inhaltsverzeichnis
- 1Wenig Kenntnis
- 2Kritisch beäugt
- 3Anwendungsgebiete unbekannt
Wenig Kenntnis
RFID ist allerdings noch nicht wirklich bekannt. Im Rahmen der Studie wurden 2000 Europäer aus allen Schichten befragt. Mit dem Begriff RFID können nur 18 Prozent aller Europäer etwas anfangen. Der Technologie-Standort Deutschland liegt sogar unter dem Europa-Durchschnitt: Nur 15 Prozent aller Befragten konnte etwas mit dem Begriff RFID/Radio Frequenz Identifikation anfangen. Das ist traurig, was aber abzusehen.
Wenden wir uns also deshalb lieber wieder schamhaft dem europäischen Durchschnitt zu. Die 18 Prozent der Befragten, die sich also unter dem Begriff etwas vorstellen konnten, waren allerdings durchaus skeptisch. Es kommt für sie auf den Anwendungsbereich vor, in dem RFID eingesetzt wird, ob RFID akzeptiert wird. Dabei kam raus: Wird die Technologie zu ihrem Nutzen eingesetzt, ist sie durchaus willkommen, ansonsten will man RFID lieber nichts zu tun haben.
Kritisch beäugt
So waren rund 70 Prozent der RFID-Kenner davon überzeugt, dass die Anwendung in der Diebstahl-Sicherung durchaus ihren Sinn hat. Autos und Waren können mit RFID gesichert werden. Auch die Gewährleistung der Sicherheit bei Medikamenten wird von den Befragten begrüßt. Ansonsten wird RFID aber als eher kritisch betrachtet.
So ist das größte Problem nach Ansicht der Konsumenten die Privatsphäre. 55 Prozent glauben deshalb, dass über RFID-Chips ihr Konsumverhalten überwacht werden kann. Eine durchaus sinnige Ansicht, ist das doch einer der Hauptgründe, warum RFID als Datenschleuder gilt. Wohl deshalb war auch ein großer Teil der Befragten, rund 59 Prozent, der Ansicht, die via RFID erhobenen Daten seien von Dritten genutzt.
Anwendungsgebiete unbekannt
Unangenehm auch die Nebenergebnisse der Studie: So sind nur wenige Menschen wirklich in der Lage, die Gefahren und Vorzüge von RFID zu nennen. Viele der Befragten, über 90 Prozent, waren sich nicht im klaren darüber, dass RFID bereits in vielen Bereichen Verwendung findet. Beispielsweise in Autoschlüsseln oder bei der Zugangskontrolle.
Auch die Sicherheits-Risiken, inklusive der Gefahren, werden oft falsch eingeschätzt. So glaubte ein grosser Teil der Befragten, dass RFID-Tags noch auf weiter Distanz lesbar seien. Das mag unter optimalen Bedingungen zwar stimmen, diese sind aber beispielsweise in einem Supermarkt oder einer City nicht gegeben. Immerhin wollten rund die Hälfte aller Befragten wissen, wie man die Tags deaktivieren kann.
