Antiviren-Experten über die künftigen Entwicklungen im Mobilfunk
CeBIT-Gespräch: Die Zukunft der Mobilfunk-Viren
Sicherheit
Da ist der Wurm drin: Mobilfunk-Viren bedrohen die Handy-Infrastruktur. Nur dumm, wenn das dann alles nicht so klappt, wie es soll. Wie sehen die Antiviren-Hersteller das Problem und was gedenken Sie, dagegen zu tun? Netzwelt.de hakte bei Sophos, AntiVir, Symantec und Kaspersky nach.
Mobilfunk-Viren - aufgeplusterte Bedrohung aus dem Reich der Angstneurosen. Natürlich eine schöne Überschrift für die Technikseiten des Boulevards: "Handy-Würmer verbreiten Terror" oder so ähnlich. Beim Fernsehen kann man die Bedrohung dann demonstrieren, indem man einen Technik-affinen Vollnerd etwas per Bluetooth durch die Gegend schicken und etwa zehn mal auf "Bestätigen" drücken lässt. Macht schon auf Boulevard getrimmt wenig her, wurde im deutschen Fernsehen aber mehrmals gesichtet, als der Cabir-Wurm herauskam.
Noch in diesem Jahr ein Dammbruch?
Also keine Gefahr? Eugene Kaspersky, Gründer des gleichnamigen Antiviren-Unternehmens, sieht aktuell tatsächlich keine Bedrohung: "Im Moment gibt es kein Problem, weil es nur wenige Smartphones gibt." Handy-Würmer rennen aktuell ausschließlich auf Smartphones. "Momentan sind nur ein Prozent aller Mobiltelefone Smartphones", so Kaspersky, "aber schon in Kürze, vielleicht noch in diesem Jahr, wird die Zahl der Smartphones die kritische Masse erreichen."
Kritische Masse? Kaspersky: "Ein Prozent der Mobiltelefone ist nicht genug. Möglicherweise müssen rund zehn Prozent oder mehr der Mobiltelefone Smartphones sein, damit die Smartphone-Infrastruktur für Kriminelle interessant wird." Doch sind Viren und Würmer nicht eher die Domäne verirrter Jugendlicher? "Auch", so Kaspersky. "Aber hauptsächlich wird es sich um kriminelle Tätigkeiten handeln. Dialer, Botnetze und Informationsdiebstahl. Wir glauben, dass das Problem der Handy-Malware in Zukunft stark zunehmen wird."
Es ist schwierig, erfolgreiche Handy-Viren zu programmieren
Neil Hindocha, Sicherheits-Analyst bei Symantec, ist da anderer Ansicht: "Momentan gibt es einige Viren, aber sie verbreiten sich nicht." Doch warum? "Ein Grund dürfte sein, dass es keine einförmige Plattform-Struktur gibt wie im PC-Markt", so der Viren-Experte. "Deshalb ist es zur Zeit schwierig, erfolgreiche Mobilfunk-Viren zu programmieren, es gibt sehr viele verschiedene und weit verbreitete Betriebsysteme im Handy-Bereich."
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