MP3s mit Wasserzeichen: Kompatibel und fair
CeBIT: MusicTrace: Kopierschutz mit Peilsender
Kopierschutz
Online-Musikdienste und Labels haben ein Problem. Auf der einen Seite wollen beide viel Musik online verkaufen, gleichzeitig soll aber sichergestellt werden, dass die Songs nicht ungewollt in Tauschbörsen auftauchen. Bisher hieß der Kompromiss Kopierschutz oder DRM (Digital Rights Management) und wurde in erster Linie auf dem Rücken der Konsumenten ausgetragen. Beschränkungen bei Brennvorgängen oder Nutzungen waren keine Ausnahme sondern Standard.
Schaut man sich die Entwicklung der letzten Monate an kann man erkennen, dass einige Musikdienste und Labels vom "klassischem" WMA abkehren und mehr und mehr auf das populäre MP3-Format oder ähnliche Formate setzen. Die Kopierschutzbestimmungen (oder besser -beschränkungen) werden gelockert. Als großer Vorreiter gilt Apple, der ein einfaches aber faires und für Endkunden leicht verständliches Konzept bietet. Mit finetunes, MediaMarkt und Medion gibt es in Deutschland bereits Dienste, die auch auf MP3 setzen.
MP3 und "Fair Use" als Kopierschutz
MP3 und "Rechte sichern" ist also längst kein Widerspruch mehr. Maßgeblich für die Entwicklung eines fairen Konzepts verantwortlich ist die Firma MusicTrace, die mit dem MP3-Erfinder Fraunhofer höchstpersönlich zusammenarbeitet. Eine Wasserzeichen-Technologie soll für eine "faire" Nutzung der MP3-Käufer und gleichzeitig für eine Rechtesicherung sorgen. Doch wie findet man einen potentiellen Übeltäter, der MP3s in Tauschbörsen verbreitet? "Wir haben hierfür eine Trace-Technologie, damit können wir in Tauschbörsen nach illegalen Verbreitern suchen und anhand des Wasserzeichens auslesen, wer der Käufer des Titels war," erklärt Frank Siebenhaar von MusicTrace beim CeBIT-Besuch von netzwelt.de.
Die Technologie ist in der Lage einzigartige Kopien ein und desselben Audiosignals zu erstellen und wieder zu erkennen. Dafür werden eindeutige Zusatzinformationen in jede einzelne Kopie eingebettet. Das Audiosignal wird dabei verändert. Diese von MusicTrace verwendete Technologie wird als "Wasserzeichentechnologie" bezeichnet, da die Zusatzinformationen, die "digitalen Wasserzeichen", nicht wahrnehmbar sind. Sie sind nicht hörbar und fest mit dem Audiosignal verbunden.
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