Ein Nachruf
Privacy Watch: Mozilla ist tot, es lebe Mozilla
Der Mozilla-Browser soll sterben. So wollen es die Entwickler. Doch der Ersatz steht bereits bereit: Firefox und Thunderbird sollen den "Profi-Browser" ablösen. Netzwelt.de dokumentiert das Ende einer Web-Legende.
Inhaltsverzeichnis
- 1Download-Party im bunten Web
- 2Rise of Internet-Explorer
- 3Schlecht, schlechter, Netscape 6.0
Es gibt nur wenige Programme, die zu Legenden wurden. Eines davon ist der Netscape-Browser. 1993, in den Kindertagen des Internets, entwickelten Eric Bina und Marc Andreessen im National Center for Supercomputer Applications (NCSA) den Webbrowser Mosaic 1.0. Es war der erste Browser, der neben Text auch Bilder darstellen konnte. Das Internet wurde bunt, bedienbar und kroch aus dem Urschleim der Informatik-Fachbereiche ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
Download-Party im bunten Web
Bis Ende 1993 wurde der Browser mehr als 2 Millionen Mal heruntergeladen. Er war der Vorläufer aller aktuellen Webbrowser und der direkte Stammvater des Netscape Navigators. Der seinerseits sollte die Grundlage für die Mozilla-Suite, Firefox und Thunderbird werden. Doch eins nach dem anderen, denn erst kam Microsoft.
Der Netscape-Browser basierte auf dem Code des originalen Mosaic, die Firma Netscape war von ehemaligen Mitarbeitern der NCSA gegründet worden. Ab der Version 4.0 wurde der Navigator-Browser als sogenannte Browser-Suite ausgeliefert. Neben dem Browser gab es einen E-Mail-Client und einen WYSIWYG-Editor. Der Name war jetzt Netscape Communicator und das Teil war völlig überfrachtet. Dank der Dreingaben dauerte der Start lange, außerdem gab es Probleme mit der HTML-Konformität. Dabei war Netscape zu diesem Zeitpunkt mit über 80 Prozent Marktanteil quasi Browser-Monopolist.
Rise of Internet-Explorer
Gleichzeitig keimte die Konkurrenz: Mit dem Erscheinen von Windows 98 wurde der Internet-Explorer populär, auch dank wesentlicher Verbesserungen gegenüber der Vorgängerversion. Hauptursache war allerdings die Tatsache, dass Microsoft seinen eigenen Browser fest im System integriert hatte.
Wie Netscape basierte auch der Internet-Explorer auf der Mosaic-Engine, war aber in vielerlei Hinsicht schneller und kompatibler als der Netscape Communicator. Oder, anders herum: Microsoft schaffte es mit der aggressiven Taktik und der fehlenden Einhaltung gewisser Web-Standards mit der Zeit, das Internet in seine Richtung zu biegen. Mit dem Erfolg, dass heute viele Websites nur im Internet-Explorer richtig dargestellt werden, kein Wunder bei über 90 Prozent Marktanteil.
