Initiative D21 traf sich zum Breitbandgipfel
CeBIT: Breitband-Internet fördern, Telekom bremsen
Man könnte meinen, man lebe in einem Entwicklungsland. Nur 18 Prozent aller deutschen Haushalte haben einen Breiband-Internetzugang. Deutlich zu wenig, meinen die Initiative D21 und Gastredner Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement beim Breitbandgipfel, der anlässlich der CeBIT in Hannover stattfand.
Das Problem: Deutschland hinkt vielen anderen Industrieländern hinterher. Der Durchschnitt in Westeuropa liegt schließlich bei 19,5 Prozent, in Skandinavien sogar noch deutlich höher. Die Intiative aus Politik und Wirtschaft möchte deshalb schon vor 2010 die Hälfte aller deutschen Haushalte mit einem Breitband-Internetzugang versorgt haben.
Außer schönen Worten hat die Politik aber nicht viel beizutragen. Staatliche Infrastrukturmaßnahmen werde es nicht geben, so Clement. Lediglich die Rahmenbedingungen könne man vorgeben. Mit anderen Worten: Liebe Wirtschaft, macht eure Hausaufgaben gefälligst selbst.
Ein Entwicklungsland mit 1,8 Mio. neuen T-DSL-Anschlüssen?
Der Verband der Lokal- und Regionalprovider Breko hat deshalb auch brav angekündigt, 700 neue Ortsnetze für den DSL-Zugang zu erschließen. Voraussetzung dafür sei aber, dass die letzte Meile von der Deutschen Telekom günstiger gemietet werden könne. Derzeit kostet diese noch 11,80 Euro. So schnell kann der Ball also an Politik und Regulierungsbehörde zurückgespielt werden.
Ein Großteil dieser 700 Ortsnetze soll sogar in ländlichen Gebieten liegen. Dort, wo sich noch die meisten weißen Flecken auf der Internet-Landkarte befinden. Viele Neukunden werden dort allerdings nicht zu holen sein. Die meisten neuen Breitband-Anschlüsse werden nach wie vor in den Städten angeschlossen.
Mit 1,8 Millionen neuen T-DSL-Anschlüssen im letzten Jahr hat die Deutsche Telekom einen Großteil der Last geschultert. Auch in den nächsten beiden Jahren sollen jeweils an die zwei Millionen neue T-DSL-Anschlüsse hinzukommen. Diese Zahlen hören sich keineswegs nach Entwicklungsland an, dennoch wird die Deutsche Telekom als Problem gesehen.
