Sportsgeist im Sicherheits-Bereich
CeBIT Gespräch: Microsoft mag die Konkurrenz
Sicherheit
Microsoft ist auf der CeBIT mit einen riesigen Stand vertreten. Netzwelt.de bat den Pressesprecher Thomas Baumgärtner und den Sicherheits-Fachmann Thomas Obert zum Gespräch. Wie steht es mit der Sicherheit?
Sicherheit, das ewige Thema. Auf der CeBIT gab es zu Schnittchen und Kaffee die nötigen Erklärungen. Windows soll sicherer sein als die Mitbewerber, Sicherheit sei laut einer Forrester-Research-Studie aus dem vergangenen Jahr kein Problem mehr im Hause Microsoft. In der Studie war herausgekommen, dass Microsoft Windows XP sicherer sei als - Open-Source-Verfechter nun bitte kurz die Augen schliessen und beim nächsten Absatz weiterlesen - Linux.
Attacken gegen Open-Source
Tatsächlich? Tatsächlich. Im Rahmen der Studie wurde festgestellt, dass Linux wesentlich anfälliger für Attacken ist als Windows. Den Grund dafür lieferte Thomas Obert direkt nach: "Im Gegensatz zur Open-Source-Gemeinde hat Microsoft spezielle Sicherheits-Tests. Bei Open Source würde niemand alles stehen und liegen lassen, wenn sich eine Lücke auftut. Und das, obwohl man das bei Millionen Entwicklern erwarten könnte. Aber es gibt keine Hierarchie, keine Standards. Keiner weiß, was der andere tut."

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Von Links nach Rechts: Christian Rentrop, Thomas Obert, Alex Leinhos
So schaut Open-Source aus Microsoft-Sicht aus: "Bei Linux gibt es keine klare Struktur, keinen, der wirklich verantwortlich ist. Mit dem Kernel haben die das zwar schön hinbekommen" - gemeint ist die Kernel-Zertifizierung durch Linus Torvalds - "doch der Kernel ist eben noch lange kein Linux. Es sind hunderte von Programmpaketen von völlig verschiedenen Entwicklern, aus denen ein Linux besteht." Und das kann nicht sicher sein.
Hackende Affen
Microsoft stellt sich also die Linux-Gemeinde ähnlich vor wie die berühmten Affen an der Schreibmaschine: Man braucht nur genügend Affen an genügend Schreibmaschinen, um irgendwann durch Zufall einen "Othello" zu produzieren. Übertragen auf Menschen heisst das: Genügend Nerds und Hacker werden schon irgendwann ein Betriebssystem zustande bringen. Aber sicher kann das nicht sein, genau wie es bei den Affen der ein oder andere Rechtschreib-Fehler kaum zu vermeiden wäre.
Linux ist aus Microsoft-Sicht also keine sichere Alternative. Und selbst wenn: "Konkurrenz belebt das Geschäft", so Thoma Baumgärtner. "Die Konkurrenz hat uns immer geholfen." Microsoft fühlt sich offensichtlich nicht sicher, so allein auf dem Thron der Betriebssysteme. Vielleicht auch wegen der Viren? Die stehen schliesslich in direktem Zusammenhang mit Sicherheitslücken.
Mehr über: Sicherheitslücken, CeBIT 2005, Microsoft
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