GPU war gestern, jetzt kommt die PPU
Ageia: Realistischere Spielewelten dank neuem PhysX-Chip
Manuela Vereeken
Zu Zeiten des Commodore 64 waren die realitätsfremden und pixeligen Spielewelten in 2D wirklich das Größte. Aber heute reicht das bei Weitem nicht mehr aus, um Gamer glücklich zu machen: Spiele von heute müssen so realistisch wie möglich sein, um beeindrucken zu können. Die Entwicklung der GPU hat bereits viel zu diesem ehrgeizigen Ziel beigetragen. Die noch junge Firma Ageia will mit ihrem PhysX-Chip jetzt noch einen Schritt weiter gehen.
Hinter PhysX verbirgt sich eine so genannte Physics Processing Unit, kurz PPU. Dabei handelt es sich um einen Beschleuniger-Chip für physikalische Simulationen in Echtzeit, der in den Spielekonsolen der Zukunft zum Einsatz kommen soll. Auf der zur Zeit stattfindenden Game Developers Conference wurde der Chip jetzt erstmals vorgeführt.
PhysX statt Software-Simulation
Realistische Spiele verdanken wir heutzutage meist aufwändigen Software-Simulationen. Damit sind zwar durchaus aufregende Effekte möglich, allerdings sind für eine korrekte Umsetzung hohe Investitionen und eine langwierige Entwicklungsarbeit notwendig. Daher kommen zum Teil bereits spezielle Physik-Engines zum Einsatz, die die Darstellung realistischer Spielewelten vereinfachen sollen. Nachteil dieser Lösung ist allerdings, dass die Engines die CPU zu stark belasten.
Und genau hier soll der Vorteil von Ageias PPU liegen: Der PhysX-Chip entlastet Hauptprozessor und Grafikchip, indem er die Berechnung des mechanischen und dynamischen Verhaltens aller physischen Objekte komplett übernimmt. Im Detail berechnet er die Materialeigenschaften und Interaktionen von flüssigen und festen Körpern, sodass diese möglichst realitätsgenau dargestellt werden können.
Realistischere Bewegungen
Kollisionen, Bewegungen und Verformungen, aber auch Fließbewegungen (zum Beispiel von Wasser, Blut oder Lava) flackern so in annähernd perfekter Darstellung über die Bildschirme. Auch Haare und Kleidung sollen realistischer erscheinen. Alle Simulationen berechnet die PPU dabei in Echtzeit, sodass sie auch leicht auf Spieler und Umgebung reagieren kann.
Erste Spiele auf Basis der neuen Chip-Lösung können laut Ageia bereits noch dieses Jahr erwartet werden. Mit näheren Details zum PhysX-Chip und Kooperationspartneren hielt sich das erst vor drei Jahren gegründete Unternehmen aber noch zurück.
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