Spammer-Jagd erfolgreich

AOL: Spammer-Bashing in Reinkultur

Erfolgreich im Kampf gegen den Spam: Nachdem AOL im März 2003 die grosse Spammer-Jagd ausgerufen hat, feiert die deutsche Sparte des Online-Dienstes nun den 25. juristischen Erfolg gegen Spammer. Allerdings kein Grund zum Feiern: Das Spam-Volumen hat sich zwar massiv reduziert, dennoch ist Spammer-Bashing nur die halbe Miete.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Nummer 25 lebt
  2. 2Spam-Kings und Dosenfleisch-Jäger
  3. 3Weniger Spam trotz steigender Kundenzahlen

Nummer 25 lebt

Spammer Nummer 25 ist Oliver E. und sein panamesisches Unternehmen. Der Angeklagte hatte Privat-Einladungen zu einer Schlampen-Schlacht verschickt. Nicht zum Schlampen-Schlachten, dann hätte es wohl mehr Ärger gegeben als nur eine einstweilige Verfügung vom Landgericht Hamburg. Das gewerbliche Angebot war als privat getarnt, es handelte sich aber um ein kommerzielles Angebot.

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Ein Tropfen auf den heissen Stein, trotzdem freut sich Stan Laurent, der Geschäftsführer von AOL Deutschland: "Statistisch gesehen haben wir seit dem Start unserer Anti-Spam-Kampagne vor zwei Jahren jeden Monat einen Spammer aus dem Verkehr gezogen." Wohlgemerkt: Einen deutschen Spammer. Und davon gibt es in der Tat nicht sehr viele.

Spam-Kings und Dosenfleisch-Jäger

Das wahre Problem sind nämlich die internationalen Spammer. Dennoch frohlockt Laurent: "Wir machen Spammern das Leben immer schwerer." AOL hatte die Aktion im Frühjahr 2003 zusammen mit Computer Bild gestartet. Mehr als 100.000 Internet-User haben damals eine Petition unterschrieben, die eindeutigere Gesetze gegen Spam und seine Versender beinhalten sollte. Das wurde dann auch im Februar Realität, Deutschland unterschrieb mit 12 anderen Staaten ein internationales Antispam-Gesetz. Der Verdienst von AOL ist in diesem Zusammenhang sicherlich zu vernachlässigen.

Wichtiger als die Gesetzgebung sind allerdings die verbesserten Filter-Systeme. AOL ist inzwischen in der Lage, einen grossen Teil aller Spam-Nachrichten auszufiltern, dank vernetzter Filter-Systeme. Und tatsächlich: AOL-intern sinken die Spam-Anteile, von 11 Millionen im November 2003 auf aktuell 2,2 Millionen gemeldeten Nachrichten.

Weniger Spam trotz steigender Kundenzahlen

Und das, obwohl die AOL-Kundenzahlen seit Monaten stark steigen. An fehlenden Nutzern für die Reporte kann es also nicht liegen. Im gleichen Zeitraum sank auf die Gesamtzahl der ausgelieferten Spam-Nachrichten im AOL-Netz um 60 Prozent. Doch auch die gefilterten Nachrichten wurden weniger, satte 50 Prozent Abnahme gegenüber 2003.

Natürlich sind AOL-Kunden deshalb noch lange nicht Spam-frei. Die Zahlen zeigen jedoch, dass sich durch die restriktive Anti-Spam-Politik langsam aber sicher eine Trendwende abzeichnet - zumindest bei AOL. Andere Provider haben auch bis auf weiteres genug mit der Spam-Flut zu kämpfen. Hier ist eine Besserung nicht in Sicht.

Weitere Informationen

Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Anti-Spam hier.