Moderne Rindviecher setzen auf Chip-Technologie
Nutztierhaltung: Gesunde Milch von RFID-Kühen
Sicherheit
Das moderne Stadtkind mag es kaum glauben: Milchkühe sind nicht lila. Und auf der Alm stehen sie auch schon lange nicht mehr. Stattdessen wohnt die moderne Hightech-Milchkuh in einem modernen Hightech-Kuhstall und bekommt ihr Hightech-Futter vollautomatisch.
Hightech-Kühe in einer Hightech-Welt
Denn das Hightech-Nutzvieh von Welt trägt heute RFID-Chips, die einem zentralen Computer mitteilen, um welche Kuh es sich handelt und was sie essen darf. Eine kleine technische Revolution in der Landwirtschaft: Der Computer steuert die Rindviecher-Versorgung, entscheidet, wann und für wen es Abendessen gibt und optimiert damit den Prozess der Milchgewinnung.
Ob die Milch dadurch besser wird, ist allerdings fraglich. Doch die RFID-Tags helfen bei der Logistik. Die ist nämlich nicht gerade einfach, wenn hunderte, oft sogar tausende von Milchkühen richtig versorgt werden wollen. Außerdem hat die Quasi-Fernsteuerung der Wiederkäuer noch einen weiteren Vorteil: Das traditionelle Verhältnis von Kuh und Bauer wird entgültig entkoppelt. Gut für die Kuh ist das mit Sicherheit nicht, wird sie damit endgültig zu Stückgut degradiert.
Früherkennung und Vorsorge
Schon heute setzen diverse Betriebe in Österreich, der Schweiz und Deutschland auf die elektronische Rindviecher-Steuerung. Die RFID-Chips, die den Kühen implantiert werden, sind vom Typ Hitag S des Herstellers Philips. Sie werden direkt unter die Haut gesetzt und funken auf Langwellen-Frequenzen, die denen alter Radios entsprechen. Die Reichweite liegt bei rund zwei Metern.
Die Rinder-Logistik hat für den Landwirt einen grossen Vorteil: Mit Hilfe des Computers kann er nicht nur steuern, welche Kuh welche Futtermischung bekommen soll. Die Futterzusätze werden nämlich heutzutage individuell auf jede Kuh abgestimmt. Mit Hilfe des Computers kann der Bauer auch erkennen, ob das Tier richtig gegessen hat. Denn wenn ein Tier wenig frisst, ist es vermutlich krank und dank der RFID-Technik kann der Landwirt sofort darauf reagieren. Sogar Seuchen sollen mithilfe des Systems frühzeitig erkannt und eingedämmt werden können.
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