Spoerr übt sich als Spin Doctor

Internet & Netzwelt: freenet wehrt sich gegen mobilcom

Er habe es aus der Presse erfahren, so freenet-Chef Eckhard Spoerr. In einem Pressegespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, es wird mit gleichen Mitteln heimgezahlt. Freitagabend gab der Mobilfunk Service Provider mobilcom bekannt, er wolle mit der Tochter freenet verschmelzen, an der er 50,4 Prozent der Aktien hält. Am Wochenende äußerte sich nun auch freenet - etwas angesäuert, vor allem aber kampfeslustig.

Das erste Wort jedoch hatte mobilcom: "Nach einer Reintegration von freenet können Kräfte gebündelt sowie die gemeinsamen Ressourcen schneller ertragsorientiert eingesetzt werden, um die attraktivsten Wachstumspotenziale zu heben." Da freut sich das Herz des Wirtschaftsjournalisten. Entsprechend positiv wurde die Ankündigung zuerst auch aufgenommen.

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mobilcom hat das, was freenet fehlt

Durch ein Zusammengehen von mobilcom und freenet könne der erste richtige Vollanbieter neben der Deutschen Telekom entstehen - mit Festnetz, Internet und Mobilfunk aus einer Hand. Da mobilcom als einziger Service Provider alle vier Mobilfunknetze im Portfolio habe, hätte das Unternehmen sogar noch mehr zu bieten als die Telekom.

Der freenet-Vorstand werde kurzfristig zu Gesprächen über die angestrebte Verschmelzung eingeladen, so mobilcom. In drei Monaten könne eine Umtauschverhältnis für die Aktien vorlegen, damit die Verschmelzung dann noch in diesem Jahren wirksam werde. Husch, husch, ab ins Körbchen. Doch irgendwie stimmen hier die Verhältnisse nicht.

Zwar hält mobilcom 50,4 Prozent der freenet-Aktien. Doch während sich freenet über die Jahre vom reinen Internetprovider zu einem großen Haus mit eigenem Backbone, Festnetz, Breitband-Internet und nun auch Webhoster gemausert hat (nur Mobilfunk fehlt noch), schrumpelte die Muttergesellschaft mobilcom wieder zu einem reinen Mobilfunk Service Provider ein. 90 Prozent des mobilcom-Gewinns wird derzeit von freenet erwirtschaftet.

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