Nerds entdecken den Sudden Motion Sensor
Apple: Powerbook, geschüttelt, nicht gerührt
Fettige Haare, Pickel, Zahnspange, Karohemd und natürlich die dicke Hornbrille. So sehen sie aus, die Geeks und Nerds dieser Welt. Und weil sie dank ihres gepflegten Äußeren erst mit Mädchen weggehen, wenn sie ihre erste Millionen verdient haben, haben sie genug Zeit, sich mit ihren Rechnern zu befassen. Mit fatalen Folgen.
Einer der Vorzeige-Nerds hat sich nun an seinem neuen Powerbook versucht. Apples Powerbooks verfügen in der aktuellen Revision über einen Bewegungssensor. Dieser kann Beschleunigungen messen. Sinn des Sensors ist der Schutz der Festplatte: Wenn das Notebook herunterfällt oder zu schnell bewegt wird, lotst die Software die Festplatte direkt in Park-Position. Dort harrt sie, vor einem Headcrash geschützt, dem Aufschlag entgegen.
Spielereien mit dem Sensor
Der mit dem schönen Namen "Sudden Motion Sensor" ausgestattete Bewegungsmelder ist also hauptsächlich für Menschen Gedacht, die ihre Notebooks gerne mal durch die Gegend schmeißen. Nerds gehören eigentlich nicht dazu. Wahrscheinlich ist das auch der Grund, warum einer von ihnen den Sensor zweckentfremdet hat: Der Sensor dient nicht nur dem Schutz der Platte, nein, es lassen sich auch diverse andere Dinge damit machen.

Mit akribischer Genauigkeit hat Amit Singh, so der Namen des Nerds, die Sudden Motion-Funktion des Powerbooks analysiert. Dabei nahm er einen Artikel in der Apple Knowledge Base als Grundlage. Gleich mehrere Programme sind dabei entstanden: Der AMS-Tracker gibt die genaue Position des Powerbooks im Raum per Terminal an. Die Erweiterung AMS-Visualizer zeigt das Bild eines Powerbooks an, um die Position zu verdeutlichen.
Showtime mit dem Schüttelbuch
Die beiden Programme Stable Window und Perturbed Desktop arbeiten nach einem anderen Prinzip: Sie benutzen die Sensoren des Powerbooks, um die Fenster auf dem Desktop lotrecht zu halten. Wird das Powerbook gedreht und gewendet, würfeln die Programme die Fenster durcheinander. Diese bleiben dabei allerdings immer senkrecht zur Erdanziehungskraft - im Video verursacht das sehr interessante Effekte.
Zudem ist Singh der festen Überzeugung, dass die Sensoren sich auch für die Steuerung des Rechners benutzen lassen. Schütteln statt Trackpad - was einer Konsole gut steht, ist bei einem 2000-Euro-Rechner wohl eher riskant. Andererseits: Sind nicht all die Zappelspiele für Playstation und Co. ein voller Erfolg? Vielleicht lässt sich die Funktion im Powerbook ja für ein Herz-Kreislauf-Training bei Nerds benutzen.
