Trojaner: Pädophil wider Willen

Dann doch: Freispruch

Zwei Jahre benötigte die schwedische Staatsanwaltschaft, um Anklage zu erheben. Weitere drei Jahre sollte es dauern, bis ein Urteil gefunden wurde. Der Arbeitsrechner, nach der Entdeckung der Bilder von der Staatsanwaltschaft eingezogen, wurde erst mit dem Prozessauftakt für die Verteidigung freigegeben. Dort fand sich der offensichtlich aus schwedischer Hand stammende Trojaner, der sich eindeutig als der Porno-Downloader erwies.

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Den Verdacht, Eriksson könnte dennoch Kenntnis vom Kindersex-Material gehabt und es angeschaut haben, wurde von der Verteidigung ebenfalls entkräftet: Die Bilder wurden niemals auf dem Rechner geöffnet. Insofern konnte Eriksson kein Wissen von ihnen haben. Entsprechend schnell kam das Gericht dann zu dem Schluss, dass Eriksson unschuldig sei.

Der Freispruch allerdings bringt wenig, wenn der Ruf dahin ist. In einem Radio-Interview ließ Eriksson verlauten, dass ihm seiner juristischen Erfahrung nach auch der Freispruch wenig bringe. Das zerstörte Leben, die zerstörte Karriere könne nicht mehr renoviert werden. Einmal als Kinderschänder verschrien, ist es nur sehr schwer, sich wieder in die Gesellschaft einzugliedern.

Leben ruinieren für Anfänger

Der Fall Eriksson zeigt, wie gefährlich es sein kann, ungeschützt und unvorsichtig im Netz unterwegs zu sein. Ein zerstörter Satz wichtiger Daten ist nichts im Vergleich zu einem vollständig verbockten Leben, nur weil sich ein Schadprogramm auf dem Rechner befand. Umgekehrt weiß nun jeder, wie er anderen Menschen das Leben ruinieren kann: Einfach ein paar Kinderpornos auf die Platte schmuggeln und die Polizei rufen.