Trojaner können Leben zerstören

Trojaner: Pädophil wider Willen

Sie zerstören das Leben von Kindern und Jugendlichen. Entsprechend gerechtfertig ist die gesellschaftliche Ächtung von Pädophilen. Um so unangenehmer, wenn sich Kindersex-Bilder auf der Festplatte finden, von denen man selbst nichts weiß, weil man ja nicht pädophil ist. Dann drohen fünf Jahre Spießrutenlauf.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Kindersex im trojanischen Pferd
  2. 2Job weg, Ruf weg, Leben zerstört
  3. 3Dann doch: Freispruch
  4. 4Leben ruinieren für Anfänger

Genau das ist Magnus Eriksson passiert. Jemand hatte 1999 auf dem Arbeitscomputer des schwedischen Juristen über 12.000 pornographische Bilder entdeckt, rund 3.000 davon zeigten Minderjährige in expliziten Posen. Der hochdotierte Job an der Universität Lund war weg, der Ruf dahin und es winkte ein Prozess wegen Kindersex-Verdachts.

Kindersex im trojanischen Pferd

"Zurecht!" wird der geneigte Leser nun denken. Die harte Vorgehensweise gegen Padophile ist natürlich berechtigt. Allerdings gibt es im Fall des inzwischen 41-jährigen Magnus Eriksson ein kleines Problem: Der Mann wusste nichts von der perversen Sammelleidenschaft seines Computers, jemand anderes hatte den Rechner ohne Erikssons Wissen mithilfe eines Trojaners zum Bild-Server umgerüstet. Das Dumme daran: So etwas kann jedem passieren, Rehabilitation fraglich.

Das Internet ist ein Tummelplatz für Verirrte aller Art. Genau so schnell, wie Pädophile sich im Netz mit heißer Ware versorgen können, fangen sich andere User einen Wurm, Virus oder Trojaner. Gleichzeitig gibt es genug Cracker, die ihre Ware gerne auf gekaperten Rechnern parken, um sich selbst zu schützen. Genau so eine ungünstige Kombi wurde auch Magnus Eriksson zum Verhängnis: Mit dem Trojaner kam ein Cracker, der zufällig nicht auf Raubkopien, sondern auf minderjährige Sexualpartner abging.

Job weg, Ruf weg, Leben zerstört

Magnus Eriksson wurde nach der Entdeckung natürlich gefeuert und bekam Hausverbot bei der Universität, bei der er tätig war. Der Ruf war dahin, auf der Straße wurde der Jurist von Studenten verspottet und sogar beschimpft. Um den Vorwürfen zu entgehen, verließ er Schweden und wanderte nach Spanien aus. Über den Stress durch die Kindersex-Vorwürfe wurde Eriksson krank und kann deshalb auch in Spanien keiner geregelten Tätigkeit nachgehen.