Kampf den Wikipedia-Terroristen
Selbstkontrolle der Wikipedia-Community
Das bestätigt auch Arne Klempert vom Wikimedia-Presse-Team gegenüber der Netzwelt: "Die häufigste Form von "Spam" ist das Eintragen der eigenen Website in die Rubrik "Weblinks" bei allen mehr oder weniger passenden Artikeln. Vielfach steckt dahinter keine böse Absicht. 'Ich dachte, ich setz meine Seite einfach mal dazu, hat ja schließlich auch was mit XYZ zu tun', ist eine durchaus übliche Reaktion. Auch gibt es immer wieder Versuche, einseitige Artikel über die eigene Person/Stadt/Firma zu erstellen, die besser in einer Werbebroschüre aufgehoben wären."
Doch eigentlich ist Spam eher ein geringes Problem bei der Wikipedia: "Eigentlich ist die Ursache für Spam und Vandalismus immer Unkenntnis. Entweder hat derjenige nicht verstanden, was die Aufgabe einer Enzyklopädie ist und welche Maßstäbe die Wikipedia hier anlegt oder er hat nicht erkannt, dass Spam und Vandalismus in der Wikipedia praktisch keine Aussicht auf Erfolg haben."
Spam und Vandalismus
Denn neben den Spammern sind Vandalen ein zweiter Menschenschlag, der gerne mal seine Spuren in der Wikipedia hinterlässt. Da werden Postings gelöscht und Artikel verhunzt. Doch die Wikipedia-Gemeinde hat eine Waffe. Und die trägt den Namen "Vernunft": "Es würde wahrscheinlich nur ein bis zwei Minuten dauern, bis einer der aktiven Benutzer den Vandalismus bemerkt. Er würde dann vermutlich umgehend anfangen, den Unsinn rückgängig zu machen", so Klempert.
Und wenn die Zerstörungswut gigantisch ist? Wenn jemand es sich, notfalls mit hohem Personalaufwand und technischen Hilfsmitteln wie Bots, vorgenommen hat, die Wikipedia zu vermurksen oder vollzuspammen? "Selbst dann kann mich nicht wirklich etwas löschen", so Klempert. "In der Versionsgeschichte ist der ursprüngliche Text weiter vorhanden und kann von jedermann wiederhergestellt werden."
Brute-Force-Attacken
Und im schlimmsten Fall, bei einer breit gestreuten Attacke aus dem Netz, kann die Wikipedia auch dichtmachen: "Sollten Sie extrem viel Aufwand in Programmierung und Logistik gesteckt haben und einen verteilten Angriff von vielen hundert Rechnern aus gleichzeitig starten, so gibt es immernoch die Möglichkeit, die Wikipedia vorübergehend in den Nur-Lese-Modus zu schalten." Heisst: Keine Änderungen bis der Angriff vorbei ist. Praktisch, so haben Vandalen keine Chance. Zumindest keine, die zu offensichtlich arbeiten.
