Dialer-Pest adé

Dialer: Strengere Regeln gegen Dialer-Schmutz

Die Pest im Mittelalter der Telekommunikation war der Dialer. Automatisch heruntergeladen, selbstständig installiert und gestartet, wählte er sich mit teuren Rufnummern als Standard-Verbindung ein. Dann wurde dem Treiben ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben.

Dialer: Strengere Regeln gegen Dialer-Schmutz

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Lückenhafte Regelung
  2. 2Neue Richtlinien
  3. 3Nie wieder Spass mit teuren Dialern?

Die Meldungen über Dialer-Missbrauch wurden seltener, doch trotz aller Hürden fanden sich immer wieder Anbieter, die höchstgradig unseriös arbeiten. So sind die Einwahl-Nummern auf 0900-Basis, wodurch der Anbieter die Taktung und deren Preis beliebig bestimmen kann, besonders lästig. Eine Einwahl kann schon mal 30 Euro oder mehr kosten. Zudem nutzten diese Anbieter psychologische und optische Tricks, um den Dialer-Kunden zur Eingabe von "OK" zu bringen. Zwei Buchstaben, mit denen der Websurfer der Dialer-Mafia seine Seele verkauft. Oder so ähnlich.

Werbung

Lückenhafte Regelung

Dass die aktuellen Regelungen Lücken haben, sieht auch die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post ein. Deshalb wurde das Regelwerk zum Dialer-Gebrauch noch ein wenig verschärft. Statt wie bisher durch die Eingabe der Buchstaben-Kombination "OK" den Download und die Installation eines Dialers zu bestätigen, soll nun noch die zusätzliche Kombination "JA" vor jeder Einwahl abfragen, ob der Dialer tatsächlich wählen soll.

Die RegTP möchte damit den sogenannten "Tunneleffekt" entschärfen: Wer in mehreren Fenstern immer die gleiche Buchstaben-Kombination angeben muss, wird ungeduldig und dadurch unaufmerksam. Viele Dialer-Anbieter haben diese Tunnel-Effekt genutzt, um ihre Kunden an dem Pflichthinweis über die Einwahlkosten vorbeizuschleusen. In Eintracht mit den Minimalanforderungen der Regulierungsbehörde wurde der Kostenhinweis oft nur winzig und im letzten Bestätigungs-Fenster angezeigt. Abzocke programmiert.