So viel PSI gab es noch nie
Test: Second Sight
Ursprünglich für die Konsole entwickelt, hat "Second Sight" nun auch den PC erreicht. Erfreulich: Codemasters bietet den Amnesie-Thriller für 29,95 Euro feil.
John Vattic erwacht kahl geschoren und schwer mitgenommen in einer Klinik. Gesicht und Oberkörper sehen aus, als hätte Prinz Ernst August ihm persönlich eine Lektion erteilt. Schlimmer ist, dass sich Vattic nicht einmal an seinen Namen erinnern kann; er weiß absolut nichts - noch nicht. Im Laufe des Spiels, das nach dem Vorbild von Filmen wie "Memento" oder "Butterfly Effect" zwei Zeitebenen verfolgt, kommt er dem Rätsel seiner Vergangenheit allmählich auf die Spur.
Als John Vattic noch Haare hatte, einen Doktortitel und eine Identität, sollte er für die US-Regierung den russischen Forscher Grienko ausschalten, der in Sibirien moralisch fragwürdige Experimente durchführte. Das geht aus der ersten Rückblende hervor. Noch während der entstellte Vattic halbnackt durch eine schwer bewachte Klinik irrt, absolviert der Spieler als dessen jüngeres Ego eine militärische Grundausbildung. Danach geht es zurück in die Gegenwart, bis der nächste spielbare Abstecher in Vattics Vergangenheit folgt.
Second Sight
Im Versuchslabor macht sich Vattic unsichtbar, damit die Tiere sich beruhigen. Andernfalls reißt die Welle von Wachmännern nicht ab.
Trotz fehlendem Mehrspielermodus: John Vattic ist nicht nur solo unterwegs.
Psychopath in Pantoffeln
Als brauchbarer Nebeneffekt des Klinikaufenthalts erweisen sich einige paranormale Kräfte. Die kann Vattic gut gebrauchen. Denn zu Beginn ist er, obschon von Wächtern umzingelt, nur mit Beinkleid und Hausschuhen ausstaffiert. Schon in der ersten Szene wird sich Vattic jener übernatürlichen Fähigkeiten bewusst, die ihn Gegenstände durch die Luft schleudern lassen oder dabei helfen, Schalter durch Wände hinweg zu bedienen. Später kann sich der Gedächtnislose unsichtbar machen. Er ist weiterhin in der Lage, sich zu selbst zu heilen, Dinge oder Personen zu manipulieren, Schockwellen auszusenden und eine Kopie seiner selbst zu kreieren.
