Organisations-Komitee zeigt guten Willen
WM-Tickets: Vielleicht versuch ich es doch nochmal
Das Bestellen von Tickets für die Fußball-WM 2006 in Deutschland drohte zum Daten-Supergau zu werden. Neben Angabe von Personalausweisnummer, Adresse und Wohnort, verlangte die Fifa von Fußball-Fans quasi einen kompletten Persönlichkeits-Striptease. Auf Drängen von Datenschützern lenkt das WM-Organisations-Komitee nun ein und ändert den Bestellvorgang.
Die Weitergabe von persönlichen Informationen an Dritte für Werbemaßnahmen, müssen Ticket-Käufer nun nicht mehr fürchten. Auch können glückliche Gewinner der Ticket-Verlosung ihre Eintrittskarten zurückgeben, oder nach Rücksprache mit dem Komitee zum Verkauf anbieten.
Zu diesem Zweck wird in einigen Monaten online eine Tauschbörse freigeschaltet, wo man gekaufte Tickets gegen ein Spiel an einem anderen Termin eintauschen kann. Auch die Übertragung des Tickets an Freunde oder Verwandte soll nun möglich sein.
Deutsches Bier - dafür verräterische Tickets
Ebenfalls auf Empfehlung des Bundesverband der Verbraucherzentralen geändert wurde die weitere Verwendung von im Stadion gemachten Bilder der Zuschauer. Diese sollten bislang "unwiederruflich und für alle gegenwärtigen und zukünftigen Medien" weiterverwendet werden dürfen. Ein entsprechender Vermerk in den Geschäftsbedingungen des Ticket-Kaufs stellt nun aber die Persönlichkeitsrechte der Fans bei Bild- und Ton-Aufnahmen wieder her.
Nicht einlenken wollte das Organisations-Komitee bei den ebenfalls heftig umstrittenen RFID-Tickets. Die WM-Karten werden also mit der Funk-Technik ausgestattet sein. Kleiner Trost: Entgegen anfänglicher Befürchtungen wird es nicht nur das Bier einer australischen Marke, sondern auch den nach dem Reinheitsgebot gebrauten Gerstensaft geben.
