Aufruf der Verschwörungstheoretiker

World of Warcraft: Was hat Blizzard wirklich vor?

In einem Fernsehspot von Volkswagen vernahmen Eva Mustermann und Otto Normal zum ersten Mal jene seltsamen Laute, zumindest im Ansatz: "Massively Multiplayer mit Auto-Engine, Cubemapping und Phong-Shading, alles über Online-Station" sagt da ein Lausbub zu seinem Vater, worauf dieser dämlich schaut und sich in der nächsten Szene mit sperrigen Autobegriffen revanchiert.Was die Macher des Clips gemeint haben könnten, ist "Massively Multiplayer Online Role-Playing Game", kurz MMORPG. Spätestens seit dem 11. Februar 2005 haben auch viele Nichtspieler kapiert, was sich hinter diesem harmlos klingenden Kürzel verbirgt.

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Denn angesichts der enormen Verkaufszahlen dürfte es in dieser Republik kaum Menschen zwischen 11 und 50 Jahren geben, die nicht in irgendeiner Weise mit "World of Warcraft", dem MMORPG schlechthin, in Kontakt gekommen sind. Eltern, Partner, Kollegen, Vereinsfreunde - jeder zehnte Bürger ist schätzungsweise betroffen. Und wenn Amazon und Co. erst weitere Exemplare liefern können, nimmt der "World of Warcraft"-Zauber rasch weitere Opfer gefangen. Unauffällig, langsam vielleicht, aber mit der Wirksamkeit eines Level-60-Kriegerhiebs.

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Menschenskinder, denkt der tolerante Zeitgenosse, sollen die Leute doch spielen, wo ist das Problem?

Dabei könnte "World of Warcraft" sehr wohl zu einem Problem werden? Die weltweite Verknappung von Servern, auf die Blizzard ein exklusives Vorkaufsrecht hat, wäre dabei noch das geringste. Ein wesentlich größeres Problem hätten Menschen, deren Haus in Flammen auf- und untergeht, weil der Einsatzleiter der zuständigen Feuerwehr nicht eher ausrückt, bevor sein Troll-Magier die nächste Charakterstufe erreicht hat. Gar nicht erst nachdenken möchte man über das Schicksal von Unfallpatienten, die von Schwestern mit Versprechungen und Morphiumspritzen in einer überfüllten Ambulanz vertröstet werden: "Halten Sie noch ein Weilchen durch, der Doktor wird bald bei Ihnen sein. Er muss nur noch drei Schwanzpeitscher-Eier in Razor Hill abliefern - Oh Pardon, ich stehe in ihrem Blut".

Eine Frage der Zeit

Wo sind die Verschwörungstheoretiker, wenn man sie braucht? Ist denn noch niemand auf die Idee gekommen, dass Blizzard die Menschheit auf spielerische Weise klammheimlich versklavt? Was führt die Spaßfabrik wirklich im Schilde? Sind "Starcraft", "Diablo" und Co. in Wahrheit nur Marksteine auf dem Weg zur alleinigen Weltherrschaft? Und wo kommen wir hin, wenn harmlose Bürger wegen eines Spiels im Laden den Wüterich markieren? Wir sollten dieser Entwicklung mit Sorge begegnen, sie rechtzeitig stoppen. Bald. Demnächst. Irgendwann: vielleicht sogar schon während der nächsten Downtime.

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