Jens Josten über die DSL-Initiative in Menden und Meindorf

Glasfaser: Ein DSL-Bürgerrechtler im Interview

Technisch ist DSL auf Glasfaserbasis machbar. Wenn es an die Umsetzung geht, müssen die Internet-Provider überzeugt werden, dass sich der Aufwand auch finanziell lohnt. Das geht am besten, wenn sich gleich eine ganze Gruppe von Interessenten zu Wort meldet. Die müssen sich aber erst mal finden - hier ist Bürgerinitiative gefragt.

Jens Josten kommt aus Menden bei Bonn. Als erster Vorsitzender des Vereins "Internet-Design Menden e.V." setzt sich der in Ratingen tätige Lehrer für die Versorgung seines "verglasfaserten" Heimatorts mit schnellen Internetanschlüssen ein. Im Interview mit Netzwelt.de erzählt Josten, wie er an das Internet kam, warum er sich für die DSL-Versorgung von Menden und Meindorf einsetzt und womit er seine Pläne verwirklichen will.

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Netzwelt: Herr Josten, wie kommen Sie in Ratingen ins Internet?

Josten: Da hab ich DSL. Und ich muss sagen, DSL ist wirklich eine Veränderung gegenüber ISDN. Beim Wechsel von DSL auf ISDN kommt man sich vor, als wäre man in die steinzeitliche Entwicklung des Internet zurückversetzt worden. Man kann sich gar nicht vorstellen, dass Seiten so langsam sein können und dass Programme und Updates die man runterlädt so lange brauchen bis sie mal auf dem Rechner drauf sind - das ist einfach ein ganz anderes Handling.

Netzwelt: Schildern Sie uns bitte Ihren persönlichen Internet-Werdegang.

Josten: Angefangen hat es beim Studium damals in Münster. Da konnte man den Internet-Zugang auch erstmals von zu Hause aus nutzen. Während meinem Referendariat habe ich in der Burgstraße hier in Menden gewohnt und auch eine Webcam betrieben, dort hatte ich einen ISDN-Anschluss mit Flatrate. Ich hatte Glück, denn eigentlich gab es die Flatrate schon nicht mehr. Ich habe sie noch mit als Letzter bekommen.

Netzwelt: Seit 1998 gibt es einen Verein namens "Internet-Design Menden e.V."

Josten: Da bin ich quasi Gründungsmitglied, der Verein war die Idee von Herrn Schürger, ein paar Bekannten und mir. Zuerst war die Idee, eine Art Mailing-Liste mit alten Freunden und Bekannten hier aus der Region und aus Menden einzurichten. Inzwischen haben wir einen eigenen Server, mit dem wir im kleinen Stil Webhosting anbieten.

Netzwelt: Sie kennen also das ganze Spektrum der Internet-Geschwindigkeiten. Was halten Sie denn von der Aussage: "Menden und Meindorf sind glasfasergeschädigt"?

Josten: Ja, (lacht) der Schilling als Postminister hatte damals gedacht, dass man mit Glasfaser die Zukunft buchen würde, aber mit dem Aufkommen von DSL hat man damit einen Rückschritt in die Vergangenheit getan.

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