Die Verletzung von Spielregeln durch die Filmindustrie
Gamer-Kolumne: Game Over im Kinosessel
Die Dreharbeiten zu "Doom" sind kaum abgeschlossen, da steht mit "Halo 2" die nächste Kinoadaption eines populären Videospiels an. Mittlerweile werden aus Games fast mehr Filme als umgekehrt.Doch die Zeiten, als die bloße Ankündigung solcher Projekte den Daddler zum Schaumwein greifen ließ, sind vorbei. Ob "Resident Evil" ohne Herrenhaus oder "Doom" fernab vom Mars - Spiel und Film werden zum Unmut der Gamer regelmäßig auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gebracht.
Weltmarktführer in der Verfilmung von Videospielen ist nach eigenen Angaben die Boll-KG. Firmenoberhaupt und "Spieleversteher" Dr. Uwe Boll nimmt dabei persönlich auf dem Regiestuhl Platz. Obgleich künstlerisch umstritten, stellt der im deutschen Wermelskirchen geborene Regisseur und Produzent mit jedem Film ein größeres Budget auf den Kopf. Doch seine Verfilmung des Grusel-Adventures "Alone in the Dark" scheint trotz namhafter Besetzung zu floppen.
Das jüngste Boll-Werk spielte am ersten Wochenende 2,8 Millionen Dollar ein. Zu wenig für einen Film, der fast das zehnfache kostete und mit Christian Slater keinen Unbekannten in der Hauptrolle hat.
Wenn Kritik zur Syphilis wird
Erste Meinungen zu "Alone in the Dark" finden sich auf der Website IMDb.com. Nicht nur, dass der Film bei über 1000 Stimmen zwei Sterne von insgesamt zehn möglichen erreicht, ein Rezensent vergleicht Boll außerdem mit dem Regieterrorist Ed Wood. Auf der Schmähskala einen Schritt weitergegangen ist ein Autor von Slantmagazine.com:
"Saying Uwe Bolls Alone in the Dark is better than his 2003 American debut House of the Dead - possibly the worst horror film of the past decade - is akin to praising syphilis for not being HIV".
Boll, der auch den 3D-Shooter "Far Cry" auf die Leinwand bringen will, hat mit "Blood Rayne" eine weitere Umsetzung just abgedreht. Seine Verfilmung von "House of the Dead" gilt als Katastrophe - da sind sich Zocker und Cineasten einig.
