Einreise mit RFID-Pässen
RFID: Funk-Kontrolle an Grenzübergängen
Die USA haben Angst. Angst vor Terroristen und Angst vor illegalen Einwanderern. Da kommt die RFID-Technik gerade richtig, erlaubt sie doch die Kontrolle der Einreisenden. Erste Testprogrammme sollen nun gestartet werden.
Inhaltsverzeichnis
- 1Heimatschutz läuft Amok
- 2Genaue Katalogisierung
- 3Einreisen ohne Geschlechtsumwandlung
Heimatschutz läuft Amok
Das Department of Homeland Security, die amerikanische Behörde zum Heimatschutz, meint es ernst mit seiner Aufgabe. Die Staaten sollen geschützt werden. Und deshalb haben sich die Chefbürokraten ein System mit dem sperrigen Namen United States Visitor and Immigrant Status Indicator Technology, kurz US-VISIT, ausgedacht, das jeden Einreisenden rückverfolgbar machen soll. Mithilfe von RFID-Chips.
Ab Juli 2005 soll an einzelnen Grenzübergängen nach Mexiko und Kanada ein Pilotprojekt laufen. Im Rahmen dieses Projekts wird jeder Einreisende, ob zu Fuß oder mit einem Fahrzeug, mit einem RFID-Tag ausgestattet. Allerdings nicht, wie man bei der allgemeinen Neigung zum Verfolgungswahn erwarten könnte, per Chip-Implantat, sondern nur in Form von Einreisepapieren.
Genaue Katalogisierung
Der Chip in den Papieren enthält einen Code, über den der Einreisende jederzeit mit einem Lesegerät überprüft und authentifiziert werden kann. Eine Datenbank der Einreisenden soll dafür sorgen, dass alles mit rechten Dingen zugeht: Die Chip-Nummer wird mit den ohnehin schon bei Einreisenden durchgeführten Datenerhebungen abgeglichen werden.
Schon jetzt wird jeder USA-Besucher genauestens katalogisiert. Er wird bei der Einreise digital photographiert, außerdem werden ihm Fingerabdrücke von den Zeigefingern abgenommen. Dabei erfolgt ein automatischer Abgleich mit den Fahndungsdatenbanken der Ermittlungsbehörden. Ohnehin darf nur noch einreisen, wer einen Biometrie-Pass besitzt.
Einreisen ohne Geschlechtsumwandlung
Dass dieser Abgleich nicht unbedingt ordentlich funktioniert, durfte kürzlich eine junge Frau erfahren, deren Namen identisch mit dem eines gesuchten Mannes war. Sie wurde am Flughafen aussortiert und musste nachweisen, dass sie sich keiner Geschlechtsumwandlung unterzogen hatte. Erst dann durfte sie einreisen.
Die Pilotphase des Projekts soll bis zum Frühjahr 2006 andauern, danach soll das System an 50 Grenzübergängen, 115 Flughäfen und 15 Seehäfen umgesetzt werden. Die Homeland Security verspricht sich dadurch eine höhere Sicherheit innerhalb der USA. Allerdings ist fraglich, ob die Maßnahmen tatsächlich die Terrorgefahr senken, denn Terroristen wären keine Terroristen, wenn sie sich auffällig bewegen würden.
