Amerikaner machen's mit den Fingern

Biometrie: Fingern an der Kasse

In den USA können Supermarkt-Kunden mit ihrem Fingerabdruck bezahlen. Statt die Kreditkarte zu zücken, zücken sie eine sogenannte Debt-Card und drücken mit dem Finger auf einen Biometrie-Scanner.

Noch gar nicht so lang ist es her, als in Kreditkarten-Werbespots nur mit einem Bikini bekleidete Damen aus dem Wasser stiegen, um beim einsamen Strandverkäufer eine Taucherbrille zu kaufen. Der fragte verdutzt, womit sie denn zahlen wolle, woraufhin die Nixe ihre Visa-Karte aus dem Bikini zog. "Damit!" und jedem war klar: Ja, so eine Karte möchte ich auch haben.

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Charme im Werbespot

Die Tage solcher Werbespots sind gezählt: Statt mit der Kreditkarte können Taucherbrillen und andere Utensilien nun einfach mit dem Fingerabdruck bezahlt werden. Vorteil: Auch nach ausgedehntem Plantschen geht ein Daumen normalerweise nicht verloren. Es sei denn, man hatte eine unangenehme Begegnung mit einem Hai. Der Charme des Spots hätte allerdings verloren, wenn statt der sexy aus dem Höschen gezogen Kreditkarte nun ein waschfräulich aufgeweichter Finger die Hauptrolle spielen würde.

Der Kunde benötigt allerdings weiterhin eine Karte. Erst die "Debt-Card" ist es, die den Fingerabdruck legitimiert. So muss der Kunde also weiterhin eine Karte mitnehmen, statt bei der bargeldlosen Transaktion zu unterschreiben, gibt er seinen Fingerabdruck ab. Dadurch ist das System sicherer als die klassische Variante mit Unterschrift. Ansonsten gibt es aber keinen Unterschied für den Kunden.

Biometriezahlung

Der große Vorteil besteht hauptsächlich für den Supermarkt-Betreiber. Der muss nämlich für Transaktionen nur die Hälfte der Kosten, die bei EC- oder Kreditkarten-Transaktionen anfallen, an den Anbieter zahlen. Diesen Preisvorteil kann er an die Kunden weitergeben, um ihnen die Biometrie-Zahlung nahezubringen.

Bisher haben zwei Supermarkt-Ketten in den vereinigten Staaten das System eingeführt. Eine davon ist Thriftway. Dort kommt die Zahlung per Fingerabdruck gut an, auch wenn es anfangs Bedenken wegen des Datenschutzes gegeben hätte. Nach einer Erläuterung durch einen Angestellten war das aber für die meisten kein Problem mehr. Bereits tausende von Transaktionen werden im Monat über das System abgewickelt.