Boom bei Spezial- und TV-Versendern
Im Internet bestellen, nicht per Postkarte
Internet & Netzwelt
Wenn Papi einmal mehr bei Conrad bestellt und Mami Otto links liegen lässt, dann enstpricht dies einem Trend. Der Versandhandel befindet sich in einem Umbruch: Spezial- statt Univeralkataloge, Internet und Fernsehen statt Postkarte. Der Bundesverband des Deutschen Versandhandels (bvh) hat zur Branchenschau geladen.
Online-Bestellungen wurden auch im letzten Jahr immer beliebter, fast jede vierte Bestellung wird mittlerweile über das Internet abgewickelt. Seit dem Jahr 2000 haben sich die Internetumsätze beinahe verfünffacht. Insgesamt 4,9 Milliarden Euro wurden 2004 auf diese Weise umgesetzt, das sind 36 Prozent mehr als im Jahr 2003.
Nischenanbieter auf dem Vormarsch
Ein regelrechten Boom verzeichnen vor allem aber die Spezial- und TV-Versender. Dazu zählt der klassische Elektronik-Katalog von Conrad genauso wie die 60er-Jahre-CD-Kollektion, die bevorzugt nachts auf RTL II beworben wird. Ein Anruf genügt - oder ein Klick im Internet, denn alle Produkte gibt es auch online. Multi-Chanelling heißt das Zauberwort.
Bereits die Hälfte aller Umsätze wird von diesen Nischenanbietern umgesetzt. Die TV-Versender konnten ihren Umsatz sogar im vergangenen Jahr von knapp 800 auf jetzt 980 Millionen Euro ausweiten. Dieses Wachstum geht aber zu Lasten der Universalversender, denn der Gesamtumsatz der Branche fiel 2004 zurück.
Der Grund: Die Kunden haben weniger Geld im Portemonnaie. Davon besonders betroffen wurden die Universalversender, die eine breite Käuferschicht bedienen. Sie verbuchten ein Umsatzminus von 8,8 Prozent. Das bessere Abschneiden der Spezialversender konnte nicht verhindern, dass der Umsatz der Versandbranche damit in Summe um 3,4 Prozent von 21,0 auf 20,3 Milliarden Euro zurückging.
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