Nicholas Negroponte (MIT) entwickelt 100-Dollar-Laptop
Laptops: Billig-Notebook soll Schulbildung in Entwicklungsländern verbessern
Jeder hat ein Recht auf Bildung - aber nicht jeder kommt in ihren Genuss. Gerade in den Entwicklungsländern fehlt es dafür oft an Geld. Vor allem moderne Lernhilfen wie Computer sind daher für viele Schüler in ärmeren Länder mehr Utopie als Realität. Das soll sich jetzt ändern - mit Billig-Notebooks.
Mit günstigen Laptop-Modellen, die pro Stück maximal 100 US-Dollar kosten, sollen modernste Lernmethoden auch ihren Weg in die Entwicklungsländer finden. Die Idee dafür kommt von Nicholas Negroponte, Gründer und Chef des Media-Lab am renommierten Massachussetts Institute of Technology (MIT).
Auf unnötigen Schnickschnack wird verzichtet
Mit aktuellen High-End-Modellen haben die Billig-Notebooks natürlich nicht mehr viel gemeinsam: Im eher klobigen Design gibt es lediglich die einfachsten Basisfunktionen. Nur so konnte der niedrige Preis ermöglicht werden. Und ihren Sinn und Zweck - nämlich das Ausführen von Lernsoftware - erfüllen die Very-Low-End-Modelle allemal. Als Betriebssystem kommt dabei übrigens Linux zum Einsatz.
Gespart wurde vor allem am Display. Statt einen heute standardmäßigen Flachbildschirm zu verwenden, behilft man sich mit einem Trick: Das anzuzeigende Bild wird von einem Chip unter der Tastatur produziert, anschließend mehrfach projiziert und dann auf einen spiegelähnlichen Bildschirm geworfen. So konnten die hohen Kosten für die Flüssigkristalle eines herkömmlichen LCD-Displays eingespart werden.
Partner gesucht!
Einen Prototypen der Billig-Notebooks gibt es bereits - jetzt muss Negroponte nur noch Partner aus der Computerindustrie finden, die eine Massenproduktion ermöglichen. Halbleiterhersteller AMD hat eine Kooperation bereits zugesagt und will die notwendigen Chips liefern. Auch Samsung, Motorola und Google sollen unter anderem Interesse bekundet haben.
Für Privatleute werden die Billig-Notebooks allerdings nicht zu haben sein. Sie werden nur in Stückzahlen ab einer Million verkauft. Käufer sollen die Bildungsministerien der jeweiligen Staaten sein. Damit die das Ganze auch finanzieren können, werden zur Zeit bereits Gespräche mit der Weltbank geführt. Den Marktstart der Billig-Notebooks erwartet Negroponte in zwölf bis 18 Monaten.
