Tschüss Skype: Umsonst per VoIP ins Festnetz telefonieren
Internet & Netzwelt
Napster, Congster, Grokster - wer etwas neues Erfindet, kann sein Produkt mit einem -ster am Ende als hippes Tool adeln. So auch Bellster: Er soll Internet-Telefonie ins Festnetz erlauben - aber umsonst.
Das Telefonieren ins Festnetz ist eigentlich ein alter Hut: Skype brachte die Funktion unter dem Namen "Skype Out" schon sehr früh, allerdings kostet ein Gespräch ins Festnetz 1,7 Euro-Cent pro Minute. Das soll sich jetzt mit "Bellster" ändern.
Trotzdem ein Telefonanschluss nötig
Das System macht sich Angebote wie ISDN-XXL zunutze: Bellster leitet Telefongespräche über das Internet an einen Anschlussinhaber weiter, der umsonst telefonieren kann. In Deutschland wäre das außer bei ISDN-XXL auch bei Arcor möglich - dort gibt es eine Telefon-Faltrate. In anderen Ländern gibt es häufig Angebote, bei denen Ortsgespräche nichts oder nur wenig kosten.
Das verlangt natürlich ein gewisses Engagement der Nutzer: Neben einer dauerhaften Internet-Verbindung braucht man einen Telefonanschluss. Außerdem verlangt Bellster die Nutzung der Open-Source-VoIP-Lösung Asterisk.
Es wird abgerechnet
Für jede vermittelte Verbindung erhält der Anschlussinhaber ein Guthaben, das er wiederum bei anderen Teilnehmern abtelefonieren kann. Ein kopmiziertes System also - es ist sehr fraglich, ob sich der Aufwand für das gesparte Geld lohnt.
Denn neben der Software braucht man noch einen Adapter, der VoIP und normales Telefonnetz koppelt, und das ganze muss dann natürlich auch noch konfiguriert werden. Wer es einfacher haben möchte, kann aber auch auf Bellster-Komplettpakete zurückgreifen:
Teurer Einstieg
Für 1029 Dollar bietet Bellster einen Markencomputer mit vorinstalliertem und fertigem Asterisk und einer Telefonkarte sowie zwei VoIP-Telefone von Grandstream. Für weniger betuchte Nutzer gibt es ein Paket für 199 Dollar, das zwei IP-Telefone und die Telefonie-Software enthält.
Im Moment ist Bellster eine Lösung für Bastler und Freaks. Die Anschaffungskosten sind so hoch, dass man sie über das Telefonieren kaum hereinbekommt. Außerdem dürfte die Einrichtung alles andere als einfach sein. Trotzdem geht das Bellster-Projekt in eine interessante Richtung - ein ausgefeilteres System könnte an den Erfolg von Skype anknüpfen.
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