Die (Netz-)Welt der Audioformate

Es muss nicht immer MP3 sein

Im zweiten Schritt werden Töne, die durch andere überlagert werden, durch Maskierungseffekte herausgefiltert. Werden in einem Musikstück etwa gleichzeitig eine leise Flöte und eine laute E-Gitarre gespielt, werden bei der verlustbehafteten Kompression die Audioinformationen der Flöte herausgefiltert - sie wären ohnehin nicht zu hören.

Durch diese und andere Schritte zur Kompression der Audiodatei erreicht man eine wesentlich niedrigere Dateigröße als bei der Lossless-Enkodierung. Eine MP3-enkodierte Datei schrumpft, je nach Einstellung, auf ein Zwölftel der Größe ihrer Original-Datei. Der Nachteil der verlustbehafteten Kompression: Durch das Herausfiltern einiger Frequenzen und Töne der Musik können die originalen Audio-Rohdaten nicht wiederhergestellt werden.

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Die verhältnismäßig kleine Dateigröße der Lossy-Formate ist auch ein Grund für die breite Unterstützung durch portable Geräte. Auf einen Flash-Player mit 128 MB Speicher passen somit in etwa zwei Stunden Musik.

Zurzeit ist MP3 der populärste Vertreter der verlustbehafteten Audioformate. Dabei ist MP3 klanglich einigen anderen Formaten deutlich unterlegen. Mit Ogg Vorbis zum Beispiel erreicht man in der Regel bei gleicher Bitrate eine wesentlich bessere Klangqualtität als mit dem technisch angestaubten MP3-Encoder. Die Bitrate gibt an, wieviel Speicherplatz die Audiodaten pro Sekunde zur Verfügung haben, und ist ein Kriterium für die Größe einer komprimierten Musikdatei.

Achtet man eher auf die Dateigröße (um vielleicht möglichst viel Musik auf seinen portablen Player zu bekommen), erreicht man mit OggVorbis - bei gleicher Qualität - eine höhere Kompression als mit MP3. Damit man die kleinen und trotzdem gut klingenden OggVorbis-Files unterwegs genießen kann, ist natürlich eine OggVorbis-Unterstützung des Gerätes notwendig.