Anleitung zum Kopierschutzknacken angeboten?
Kopierschutz: Musikindustrie geht gegen heise online vor
Die Musiklabels BMG, edel records, EMI, Sony, Universal und Warner haben im Auftrag der Müchener Anwaltskanzlei Waldorf den bekannten Heise-Verlag abgemahnt. Die Labels werfen Heise vor, dass ein Artikel gegen das Urheberrechtsgesetz (UrhG) verstößt. In dem Beitrag wurde ein Link auf einen Softwarehersteller gesetzt.
"Das Urheberrechtsgesetz verbietet nicht nur die Herstellung und jede Form des Vertriebs von Software zum Knacken eines Kopierschutzes, sondern auch Umgehungsanleitungen und die Bewerbung von entsprechender Software. Dennoch beschreibe der Heise-Verlag in einem online veröffentlichten Beitrag ausführlich, wie man sogar neue Kopierschutzsysteme "knacken" kann," heißt es in einer Pressemitteilung der Deutschen Phonoverbände.
heise online weist Abmahnung zurück
Und weiter: "Die dazu notwendige illegale Software wird von heise durch einen direkten Link auf die Herstellerseite gleich "mitgeliefert". Heise ermöglicht dem vor dem deutschen Gesetzgeber in die Karibik geflüchteten Hersteller aber nicht nur die hier verbotene Verbreitung seiner illegalen Software, sondern lässt ihn in dem "Bericht" auch noch ausgiebig für sein illegales Produkt werben ("Wir knacken den Kopierschutz")."
Heise weist die Abmahnung zwischenzeitlich zurück. "Der Artikel enthält weder eine Anleitung noch Werbung, es wird im Gegenteil ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Nutzung dieser Software in Deutschland verboten ist. Einen Link auf die Webpräsenz des Herstellers zu setzen, ist in der Online-Berichterstattung eine Selbstverständlichkeit und angesichts der Tatsache, dass unsere Leserinnen und Leser Internetsuchmaschinen kennen und bedienen können, ohnehin belanglos", kommentierte der Chefredakteur von heise online, Christian Persson.
"Es muss doch gerade auch im Interesse der Rechteinhaber von Software, Filmen und Musik liegen, rechtzeitig über die Untauglichkeit von Kopierschutztechniken informiert zu werden. Nach der verqueren Logik der vorgetragenen Beschuldigung müsste sich die Presse künftig Beihilfe zu schwerem Diebstahl vorwerfen lassen, wenn sie Hausbesitzer wahrheitsgemäß davor warnt, auf bestimmte Sicherheitsschlösser zu vertrauen, die unzutreffend als unüberwindbar angepriesen werden," heißt es auf der Webseite des Internetmagazins heise online.
