Glasfaser soll durch Breitband-Funk ersetzt werden
Internet & Netzwelt: Den Osten per Funk anbinden
Sie hätten gerne DSL? Aber es liegt Glasfaser im Boden, worüber niemand einen Breitband-Internetzugang realisieren kann oder will? Kein Problem meint der Branchenverband VATM, Breitband-Internet lässt sich auch über Funk realisieren, und stilisiert die Angebote seiner Mitgliedsunternehmen gleich zu "Neuen Chancen für die neuen Bundesländer" hoch. Denn ein Großteil des Glasfasers liegt in Ostdeutschland.
UMTS, Wimax, Portable DSL, WLAN - diese Techniken nennt der VATM und verspricht, diese ständen bald flächendeckend zur Verfügung. Sicherlich geht es auch darum, der Deutschen Telekom T-DSL-Kunden abzujagen, man hat aber die DSL-freien Gebiete im Visier. "Vor allem dezentrale Gewerbegebiete und kleinere Gemeinden mit weniger dichter Bebauung lassen sich per Funk dennoch wirtschaftlich mit breitbandigen Internetdiensten versorgen", so Jürgen Grützner, Geschäftsführer des VATM.
Doch halten die Techniken auch, was der VATM verspricht? WLAN ist genauso wenig flächendeckend, wie UMTS breitbandig ist - wenn man mal T-DSL 1000 oder 2000 als Maßstab nimmt. Beide Techniken sind bereits im Einsatz, als DSL-Alternative haben sie noch keinen überzeugt. Lediglich Wimax wird das Potenzial zugesprochen, mittelfristig DSL zu ersetzen. Doch bis dahin zieht noch viel Zeit ins Land.
Nur ein einziges konkretes Beispiel weiß dann auch der VATM zu nennen. Das Mitgliedsunternehmen Airdata mit seinem Produkt "Portable DSL", welches allerdings nur in Stuttgart, Berlin und Bensberg bei Köln angeboten wird. Das ist nicht gerade Ostdeutschland, wenn man von der einen Hälfte Hauptstadt absieht. Dennoch wäre es momentan die einzige funkbasierte Alternative zum DSL-Anschluss.
