Britische Software überwacht alles
Überwachung: Wenn der Chef den Spitzel installiert
Arbeitskräfte sind teuer. Um so schlimmer, wenn sie statt zu arbeiten Sex-Seiten ansurfen, chatten oder sogar raubkopieren. Nun rüstet der Chef auf: Ein neues Programm überwacht die Mitarbeiter und wird vor Gericht als Beweismittel akzeptiert.
Inhaltsverzeichnis
- 1Seek & Destroy
- 2Der Freedom of Information Act
- 3Privatsphäre im Büro
Gerade große Unternehmen, in denen Vorgesetzte nicht ständig ihre Mitarbeiter im Blick haben, wird Überwachung per Software bereits groß geschrieben. Bisher waren die dafür nötigen Tools allerdings nicht besonders hoch entwickelt: Keylogger, Protokollanten, das war das Maximum. Und vor Gericht galten die Daten, die sie erstellten, bestenfalls als Indizien, nicht als Beweis.
Protokolldruiden
Damit soll nach Ansicht der britischen Software-Firma 3ami nun Schluss sein. Zusammen mit BridgeHead, einem Anbieter von Speicher-Lösungen entwickelte das Unternehmen eine Software, deren einziges Ziel die totale Überwachung ist. Es ist in der Lage, jeden Mausklick eines Anwenders zu beobachten. Seine Protokoll-Dateien gelten vor Gericht sogar als rechtskräftiger Beweis.
Hauptsächlich soll das Programm dafür sorgen, dass Software-Diebstähle und Firmenspionage unterbunden werden. Dafür protokolliert es, welche Dateien wann wo mit wem kommuniziert wurden. So lässt sich schnell herausfinden, ob ein Mitarbeiter sich durch die Preisgabe vertraulicher Daten ein Zubrot verdient hat. Sogar Druckvorgänge, das Kopieren und Änderungen an einer Datei können auf diese Weise festgestellt werden.
Seek & Destroy
Natürlich sorgt mit dem eindeutigen Namen "Monitoring, Audit & Security (MAS) application" auch dafür, dass die üblichen kleineren Vergehen von Mitarbeitern entdeckt werden: Illegale Downloads, Pornoseiten oder andere Ablenkungen, der Diebstahl von Firmensoftware oder das Mobbing von Mitarbeitern. Da sämtliche Daten in der Software-Lösung gespeichert werden, lassen sich durch Suchanfragen auch schnell andere Dinge herausfinden. Beispielsweise wer gerne die Worte "Chef" und "Arschloch" in ein und derselben Email verwendet.
