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Bluetooth - was kann der Kabel-Killer?
Eine kleine Einführung in den drahtlosen Funk

von Michael Knott Uhr veröffentlicht

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Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der Sie Ihr Mobiltelefon aufwändig mit dem Rechner verkabeln mussten, um Daten vom einen Gerät, auf das andere zu übertragen? Den Entwicklern bei Ericsson in Schweden ging es 1994 ganz genau so. Sie suchten nach einer Möglichkeit, dem Kabelwirrwarr ein Ende zu bereiten und entwickelten schließlich den drahtlosen Funkstandard Bluetooth.

Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der Sie Ihr Mobiltelefon aufwändig mit dem Rechner verkabeln mussten, um Daten vom einen Gerät, auf das andere zu übertragen? Den Entwicklern bei Ericsson in Schweden ging es 1994 ganz genau so. Sie suchten nach einer Möglichkeit, dem Kabelwirrwarr ein Ende zu bereiten und entwickelten schließlich den drahtlosen Funkstandard Bluetooth.

Der Name leitet sich ab von dem dänischen König Harald Blatand ab, und bedeutet so viel wie "Blauzahn". Nach kleinen kriegerischen Handlungen im Mittelalter gelang es König Harald schließlich Norwegen, Dänemark und Schweden zum größten Teil unter seine Fittiche zu einen. So weit hergeholt ist der Name also nicht, schließlich trat auch der Bluetooth-Funk mit ähnlichen Zielen an.

Raus aus dem Mittelalter - rein in die Neuzeit

Mit dem Unterschied das es bei dieser Technik weit weniger blutrünstig zugeht, als im tristen Mittelalter. Das Ziel das die Entwickler vor Augen hatten war eine kostengünstige, und dennoch effektive und sichere Möglichkeit, die verschiedensten Elektronikgeräte miteinander zu verbinden.

Und dass ohne vorher erst an der Strippe zu ziehen. Die Verbindungsaufnahme sollte so einfach wie möglich über die Bühne gehen. Heutzutage trifft man König Blauzahn in Tastaturen, Handys, Organizern, Freisprecheinrichtungen und anderen Geräten wieder.

Öffnet auch Garagentore

Die Kommunikation zwischen zwei Bluetooth-fähigen Geräten erfolgt im so genannten ISM-Band. Dies ist übrigens das gleiche Frequenz-Band welches auch elektronische Garagentore öffnet, und schnurlose Telefone klingeln lässt. Damit sich aber beim Tippen auf der drahtlosen Tastatur nicht plötzlich das Garagentor öffnet, und der nagelneue BMW zum Diebesgut wird, gibt es verschiedene Sicherheitsvorkehrungen.

Damit es nicht zu Interferenzen, also einer Überlagerung mehrerer Funk-Wellen kommt, wechseln Bluetooth-Geräte in sehr kurzem Abstand immer wieder die Frequenz. Hierzu wird das verfügbare Frequenzband in 78 Abschnitte unterteilt. In Ein-Megaherz-Schritten wird die Frequenz dann bis zu 1.600 Mal in der Sekunde geändert. Dies gewährleistet in den meisten Fällen ungewollte Zwischenfälle. Theoretisch können bis zu acht aktive Geräte über Bluetooth verbunden werden. Ein Gerät kann sogar in zwei Netzen gleichzeitig aktiv sein.

Bis zu 100 Meter weit funken

Die Reichweite eines aktiven Bluetooth-Gerätes hängt von der jeweiligen Geräte-Kategorie ab. Hierbei unterscheidet man drei Klassen, die sich im Wesentlichen von ihrer Sendeleistung untereinander unterscheiden. Geräte der Klasse I besitzen immerhin eine maximale Reichweite von 100 Metern. Bluetooth-Geräte der Klasse II bringen es auf bis zu 20 Meter, und die geringste Reichweite bieten mit zehn Metern die Geräte der Klasse III. Geräte der Klasse I senden mit einer Leistung von 100 Milliwatt. Zum Vergleich: Ein WLAN-Sender arbeitet mit einer Leistung von circa 300 Milliwatt.

Logitech diNovo: Arbeitet bereits in der Version 1.2

Ob und wie stark diese Funkstrahlen gesundheitsgefährdend sind, kann zur Zeit noch niemand genau sagen; entsprechende Studien fehlen noch. Da die Sendeleistung aber nicht sonderlich hoch ist, sollte man sich nicht all zu viele Sorgen machen.

Finger weg von 1.0

Im Handel gibt es verschiedene Version des praktischen Schnurlosfunkes. Versuchen Sie erst gar nicht im Elektronikladen Ihres Vertrauens nach Geräten in der Version 2.0 Ausschau zu halten. Die allermeisten Geräte werden mit der aktuellen Version 1.1 ausgeliefert. Einzelne Geräte, etwa das Logitech Desktop diNovo 2.0, senden schon mit dem neuen Standard 1.2.

Die Version 2.0 von Bluetooth ist vor allem für eine höhere Datentransferrate ausgelegt. Diese liegt mit bis zu 2,2 Mbit/s rund dreimal so hoch wie die der Vorgänger.

Der Unterschied zwischen den Versionen 1.1 und 1.2 liegt in einer verbesserten Frequenzsprungtechnik welche nocheinmal für mehr Sicherheit sorgen soll. Von Geräten die immer noch mit der Version 1.0 die Verbindung aufnehmen, sollte Sie besser die Finger lassen. Diese erste Version ist noch zu stark mit Fehlern behaftet.

Wie sicher ist Bluetooth?

Die ersten Handy-Viren gelangten über unseren Blauzahn auf die Mobiltelefone. Doch keine Angst - was in den Medien oft als echte Bedrohung eingestuft wurde, ist im Grunde verstärkte Panikmache. Um sich mit einem Bluetooth-Handy einen Virus zu fangen, muss man schon extrem viel Pech haben.

Die Kinderkrankheiten von König Blauzahn sind mittlerweile längst überwunden. Verkauften sich entsprechend ausgestattete Geräte damals noch recht schleppend, kann man heutzutage schon von einem Bluetooth-Boom sprechen. Immer mehr Geräte die den drahtlosen Standard unterstützen kommen auf den Markt.

Vor- und Nachteile

Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Bei geringem Stromverbrauch bietet der Funk eine relativ sichere und unkomplizierte Handhabung. Wo gestern noch wildes Kabelgestrüpp wucherte, steht heute die grüne Topfpflanze.

Dem gegenüber steht ein sehr eng gefasstes Frequenzband, und eine relativ geringe Reichweite. Trotzdem wird das den Erfolg der Technik nicht verhindern, und immer mehr Geräte welche die Technik unterstützen, werden auf den Markt kommen.

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Erinnern Sie sich noch an die Zeit, in der Sie Ihr Mobiltelefon aufwändig mit dem Rechner verkabeln mussten, um Daten vom einen Gerät, auf das andere zu übertragen? Den Entwicklern bei Ericsson in Schweden ging es 1994 ganz genau so. Sie suchten nach einer Möglichkeit, dem Kabelwirrwarr ein Ende zu bereiten und entwickelten schließlich den drahtlosen Funkstandard Bluetooth.

http://www.netzwelt.de/news/69532-bluetooth-kabel-killer.html
2005-01-25 17:31:00
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/logitech_1106670737.jpg
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