MS wird verdächtigt, Konkurrenten via Antispy auszuschalten
Microsoft Anti-Spy: Hinterlistige Monopol-Sicherung
Sicherheit
Die Spatzen pfiffen es bereits vom Dach: Sollte Microsoft sein hauseigenes Anti-Spyware-Tool zur Beseitigung unliebsamer Konkurrenz benutzen? Die erste Beta macht's und erkennt gewisse Tools wie zufällig als Spyware. Kalkül oder fehlerhafte Programmierung?
So beschwerte sich der Antiviren-Hersteller BitDefender darüber, dass die erste Beta von Microsoft Anti-Spy das speicherresidente Tool "ScanOnline" als Spyware erkennt. ScanOnline sei ein Teil der Spyware "Brilliant Digital". Doch nicht nur Antiviren-Tools sind betroffen, auch die Remote-Software RealVNC wird falsch erkannt.
Frei und stabil
Witzigerweise ist VNC die direkte Konkurrenz zu Microsofts Remote Desktop, allerdings im Gegensatz zu Microsofts Tool, das bei Windows mitgeliefert ist, kostenpflichtig. Allerdings gibt es auch freie Derivate, die gegenüber der Windows-Lösung einen großen Vorteil haben: Sie sind stabil und vor allem sicher.
Natürlich muss an dieser Stelle angemerkt werden, dass sich Microsofts Anti-Spyware noch in der Beta-Phase befindet. Da sind Fehler erlaubt. Allerdings dürften nicht nur Kenner der Firma zustimmen, wenn man anmerkt, dass Fehler durchaus auch ein Problem fertiger MS-Produkte sind. Man könnte sogar die Vermutung äussern, dass es eher ein Bug ist, dass nur so wenige Konkurrenzprodukte bisher erkannt werden. Doch das ginge wohl zu weit.
Monopolistische Schachzüge
Microsoft bekräftigt zwar, mit anderen Software-Unternehmen zusammenzuarbeiten, um eben solche Fehlerkennungen zu vermeiden. Eine Sprecherin von BitDefender hingegen ist da anderer Meinung. Sie rechnet damit, dass Microsoft sein Tool für monopolistische Schachzüge ausnutzen könnte. Schließlich sind viele Anwender kaum in der Lage, echte von falscher Spyware zu unterscheiden, mit dem Erfolg, dass sie entsprechende Tools und Prozesse entfernen lassen. Das allerdings verkraften die wenigsten Tools und schon ist der gute Ruf einer Software dahin.
Allerdings ist fraglich, ob sich die Redmonder derartige Intrigen leisten können, dafür beobachtet die Welt zu aufmerksam, was im Hause Microsoft geschieht. Andererseits kann sich Microsoft im Fall seiner Anti-Spyware ständig hinter dem Argument des Bugs verstecken. Ein Versehen, an dem sich die meisten kleineren Konkurrenten kaputt klagen dürften.
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