Kampf den Cheatern

Gamer-Kolumne: Böse Miene zum Falschspiel

Wenn man nicht auf fiktiven Massenvernichtungswaffen sitzt - oder auf realen Ölreserven -, sofern man keine Terroristen beherbergt und denselben Gott wie Präsident Bush verehrt, dann ist mit den USA eigentlich prima Kirschenessen. Doch jetzt, so scheint es, hat die Supermacht ein neues Feindbild gefunden: skrupellose Cheater!Diese sitzen bekanntlich vor dem Computer - und was noch viel schlimmer ist, teilweise im eigenen Land! Dabei fing alles so spaßig an: Im Jahre 2002 ließ die US-Armee unter Verwendung der damals angesagtesten 3D-Engine einen Taktik-Shooter produzieren, der jungen PC-Spielern den Militärdienst schmackhaft machen sollte.

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Heraus kam ein optisch wie spielerisch sehr ordentlicher Online-Shooter, der für lau zum Download angeboten wurde. Hatte man eine virtuelle Grundausbildung abgedient und seine Daten im Elektronengehirn von Uncle Sam registriert, durfte man in "America’s Army" Krieg spielen - natürlich teamorientiert und ganz im Sinne der Disziplin. Das Spiel wurde ein Erfolg. Doch nachdem sich die Initiatoren eingestehen mussten, dass gegen Betrügerei noch keine wirksame Waffe geschmiedet worden war, ist aus dem (Spiel-)Spaß Ernst geworden.

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"Niemals einen schlafenden Riesen wecken!"

Und jetzt droht aus Ernst sogar eine Art Krieg zu werden. Ohne einen erkennbaren Ansatz von Ironie werden "bad guys" von den Betreibern daran erinnert, dass die Japaner in den 40er Jahren eine wichtige Lektion lernten: Niemals solle man einen schlafenden Riesen wecken.

Angesichts solch markiger Worte sehnt sich wohl jeder, der schon einmal über den Begriff Schummeln nachgedacht hat, einen atombombensicheren Bunker herbei. Zu Recht: "Die Armee ist sauer", heißt es in einem Statement, "und sie kommt euch holen". Kunststück, schließlich wisse man genau, von wo aus jeder einzelne spielt.

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