Pläne für Zusammenarbeit abgestritten
1&1 und Freenet: Zweck-Ehe gegen die Telekom?
Deutschland 2006: Wir sind Fußball-Weltmeister, und die Welt ist schön: Wir können uns zwischen mehreren großen, unabhängigen Providern den besten aussuchen. Denn mittlerweile hat die Telekom ernsthafte Konkurrenz bekommen, die mit eigener Hardware und eigenen Produkten den Markt aufmischen.
Inhaltsverzeichnis
- 1"Für die Telekom sicherlich kein Vergnügen"
- 2Vehementes Dementi
- 3Vielleicht doch schon konkrete Pläne?
Doch so weit ist es noch nicht. Aber zumindest der Weg ist offesichtlich klar: Ralph Dommermuth, Chef von United Internet (zu dem die Marken 1&1 und GMX gehören), kann sich Joint Ventures mit anderen Providern vorstellen, um der Telekom Konkurrenz zu machen, wie die Welt am Sonntag (WamS) meldete.
"Für die Telekom sicherlich kein Vergnügen"
"Grundsätzlich verschließen wir uns solchen Kooperationen nicht", so Dommermuth weiter in der WamS. Vier Internet-Unternehmen hätten ihn bereits angefragt. United Internet will ohnehin in eigene Infrastruktur investieren; und auch Freenet-Boss Eckhard Spoerr gab laut WamS an, den Aufbau eigener Infrastruktur zu prüfen. Auch er habe bereits mit mehreren Unternehmen gesprochen.
Zu weiteren Äußerungen sind die Unternehmen nicht bereit. Gibt es konkrete Pläne, laufen offizielle Gespräche, wie könnte eine Zusammenarbeit technisch realisiert werden? Bei Freenet "können diese Fragen heute nicht beantwortet werden" - das lässt Raum für Spekulationen.
Vehementes Dementi
Nicole Braun von 1&1 streitet offizielle Pläne oder Gespräche vehement ab: Es gebe zwar Kooperationsmöglichkeiten, aber "es läuft nichts Konkretes". Laut Braun laufen auch keine Gespräche, man sei aber offen, Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu prüfen. Wer als Kooperationspartner in Frage käme, sagte Braun nicht.
Die Verschwiegenheit der Unternehmen könnte zwei Gründe haben: Entweder ist alles nur heiße Luft, weil Dommermuth und Spoerr ein bisschen geplaudert haben. Offensichtlich haben 1&1 und Freenet aber genug flüssiges Geld, um für sich eine realistische Chance am Markt zu sehen; vielleicht traut sich nur keiner, den ersten Schritt zu tun.
Vielleicht doch schon konkrete Pläne?
Der zweite Grund für die Verschwiegenheit könnte aber sein, dass es schon offizielle Gespräche gegeben hat und dass bereits konkrete Pläne gibt. Und in solchen Situationen möchte sich auch niemand in die Karten schauen lassen.
Ein Zusammenschluss der großen deutschen Provider würde dem Markt sicher gutttun; schließlich ist das Telekom-Monopol immer noch fast ungebrochen. Ein weiterer starker Provider mit eigener Infrastruktur würde die Telekom in Zugzwang bringen. Dann wird 2006 auch nicht nur die Fußball-WM spannend.
