Klingeling: Ruft Big Brother durch?

Siemens: Im Notfall genaueste Handy-Ortung

Die meisten Unfälle werden heutzutage mit dem Handy gemeldet. Ist man allerdings selber betroffen, ist es je nach Art und Schwere der Verletzungen oft unmöglich eine genaue Positionsbestimmung an die Leitstelle durchzugeben. Siemens stellt mit "Assistent-GPS" jetzt eine sowohl energiesparende, als auch kostengünstige Lösung vor, um Unfallopfer bis auf wenige Meter genau orten zu können.

Bislang war es bestenfalls möglich den Anrufer über den Sender zu orten, in welchem er mit dem Handy eingebucht ist. Falls das Mobiltelefon über einen eigenen GPS-Sender verfügt steigt zwar die Genauigkeit; die Zeit die bis zu einer genauen Lokalisierung vergeht steigt aber. Zudem ist der Energieverbrauch des Handys mit eingeschaltetem GPS extrem hoch.

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Big Brother am anderen Ende der Leitung?

Bei dem Vorschlag von Siemens muss der GPS-Empfänger nur für eine kurze Zeit auf Sendung gehen, um genügend Informationen zum Standort an ein "Service Mobile Location Center" zu senden. Die Daten die ein GPS-Empfänger sich normalerweise zeit- und energieaufwändig von den Satelitten holt, übermittelt dann das Service Center. So ist eine äußerst genaue Lokalisierung des Anrufers in Sekundenbruchteilen möglich.

Datenschützer läuten jetzt natürlich die Alarmglocken, und nicht nur krankhaft paranoiden Mitmenschen jagt so eine Technik einen Schauer über den Rücken. Siemens bietet aber auch Lösungen zum Schutz vor Missbrauch an. So könnte das GPS-Modul an die Nummer der Notrufzentrale gekoppelt sein. Auch ein manuell ein- und ausschaltbarer GPS-Empfänger wäre denkbar.

Siemens testet die neue Technik zur Zeit in Tschechien. Laut Plan soll das System bis zum dritten Quartal 2005 serienreif sein.