Handys werden zu tragbaren Scannern

Drucker: Xerox lehrt Mobiltelefonen das Lesen

Im von schneebedeckten Gipfeln umgebenen Grenoble im Südosten Frankreichs zeigten die Wissenschaftler vom Xerox Research Centre Europe (XRCE), wie aus dem Handy ein tragbarer Scanner wird. Eine spezielle Software soll es möglich machen - ein Mobiltelefon mit integrierter Kamera vorausgesetzt.

Vom Handy abfotografierte Texte werden dank dem vorgestellten Programm so aufbereitet, dass sie mit verbesserter Lesbarkeit im Speicher landen. Danach können Sie per MMS oder Bluetooth an den nächsten Rechner geschickt werden, dem für die Texterkennung (OCR) beträchtlich mehr Leistung zur Verfügung steht. Anschließend kann es beispielsweise weiter in Richtung Archiv oder Dokumenten-Managementsystem gehen.

Xerox lehrt Mobiltelefonen das Lesen
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In vier Schritten: Dem Handy das Lesen beibringen

Ist der Text erst einmal abgelichtet, muss zuerst die Unschärfe dran glauben. Im zweiten Schritt erfolgt die Umwandlung von Farbbildern ins Schwarz-Weiß-Schema. Dann werden Schatten und Reflexionen herausgefiltert, und bei farbigem oder handschriftlichem Text kommen noch Farbsättigung und Weißabgleich hinzu. Zum Schluß wird das eingescannte Bild eingedampft, sprich auf ein Zehntel der Datenmenge gewöhnlicher JPEG-Dateien komprimiert.

Bereits im November konnten die Wissenschaftler am europäischen Forschungszentrum von Xerox funktionsfähige Prototypen des "Mobile-Document-Imaging" (MDI) vorweisen. Für die Zukunft sind neben einem noch stärker verkleinerten Dateiformat noch Möglichkeiten zum Editieren und Indizieren geplant.

Angesichts der geringen Auflösung der meisten Foto-Handys bleibt es allerdings fraglich, ob am Ende wirklich etwas Lesbares dabei herauskommt. Denn selbst hochauflösende Scanner erkennen in Zusammenarbeit mit einer guten OCR-Software nicht unbedingt jeden Buchstaben oder jede Zahl richtig. Doch wenn die Handy-Hersteller fleißig nachlegen, dürfte sich im gleichen Zug auch die Textsicherheit erhöhen.