Spammer verklagt

Spam: 2 Millionen Dollar Strafe

Seit Einführung des CAN-SPAM-Actes in den USA drohen Spammern harte Strafen. Jetzt trifft es zwei Studenten der University of Texas. Sie können mit einer Strafe von 2 Millionen US-Dollar rechnen, sollten sie den Prozess verlieren.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Hartes Brot
  2. 2Spam zur Verbesserung des Studentenbudgets
  3. 3Behörden-Ärger

Hartes Brot

Das Studentenleben ist hart und trocken. Zwischen Partys und Studium bleibt kaum Zeit zu Geldverdienen. Geld allerdings ist die Grundvoraussetzung für den Lebensstil, den viele Studenten führen. Somit steht der Student also vor einem Problem: Er muss in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Geld einnehmen, damit er eine möglichst lange Zeit ohne weitere Arbeit auskommen kann.

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Zu diesem Zweck gibt es viele Wege, doch die meisten sind eher unterbezahlt, mühsam und vor allen Dingen: Regelmässig. Die beiden Studenten Ryan Samuel Pitylak und Mark Stephen Trotter hatten deshalb eine glorreiche Idee, die viel Geld für wenig Arbeit versprach: Spamming.

Spam zur Verbesserung des Studentenbudgets

Die zwei Studenten der Universität Texas gründeten also zwei Unternehmen, "PayPerAction" und "Leadplex", mit denen sie Spam verschickten. Dabei spezialisierten sie sich auf Emails, die Finanzdienstleistungen anboten. Allerdings ohne tatsächlich entsprechende Leistungen anzubieten - die Mails dienten vielmehr dem Einsammeln persönlicher Informationen. Wer antwortete, durfte sich über noch mehr Werbepost freuen, elektronisch oder klassisch und der Kontostand der beiden Studenten erhöhte sich bei jedem "Neukunden" um bis zu 28 Euro.

Die beiden Unternehmen liefen so gut, dass die beiden Jungs sich binnen kürzester Zeit zum viertgrößten Spam-Anbieter der Welt aufschwangen. Hunderttausende von Emails wurden in kürzester Zeit verschickt und die Kassen klingelten. Solange, bis jemand diesem Treiben per Anzeige ein Ende setzte. Nun steht das Gaunerpärchen vor Gericht: Ihre Emails hatten teilweise gegen den CAN-SPAM-Act verstossen, außerdem verletzten sie diverse texanische Spam-Gesetze.

Behörden-Ärger

Zusammen mit Microsoft stellten die texanischen Ermittlungsbehörden den beiden Spammern eine sogenannte Spam-Trap, eine Spam-Falle, mit deren Hilfe sich die Quellen von Junkmails sicher ermitteln lassen. Die Spur führte zu PayPerAction und Leadplex. Und schon rasteten die Handschellen ein, den Jungs war das Handwerk gelegt.

Sollten sich die Vorwürfe als wahr erweisen, können sie mit einer Strafe von rund 2 Millionen US-Dollar rechnen. Natürlich streiten Pitylak und Trotter die Vorwürfe ab. Bei ihren Unternehmen habe es sich um "legitime Unternehmen für Internet-Marketing" gehandelt, die im Rahmen des US-Bundesgesetzes gewesen seien. Dennoch: Die Idee mit der Aufbesserung des schwächlichen Studentenbudgets ist kräftig nach hinten losgegangen.