Der MTU-Wert: Tuner und Spaßbremse für DSL

Der MTU-Wert: Tuner und Spaßbremse für DSL

Die verbleibende Möglichkeit ist ein Eingriff in die Windows-XP-Registry. Hier muss unter dem Eintrag des Netzwerkadapters im Verzeichnis HKEY_LOCAL_MACHINE\ SYSTEM\CurrentControlSet\Services\Tcpip\Parameters\Interfaces der Eintrag "MTU" als DWORD-Wert mit der gewünschten Zahl gesetzt werden; den richtigen Adapter erkennen Sie an der lokal vergebenen IP-Adresse.

Für einzelne Internet-PCs ist an dieser Stelle die Arbeit getan. Läuft der Internet-Anschluss jedoch über einen Router, hängt es von dem jeweiligen Gerät ab, wie der MTU-Wert eingestellt werden muss. Bei einigen Routern müssen die Clients einzeln mit dem passenden MTU-Wert bestückt werden, in der Regel ist das 1492. Dann nehmen allerdings alle IP-Pakete im LAN diesen Wert an, obwohl sie 1500 Bytes haben könnten.

Maximum Segment Size: Die Zuladungsgrenze

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Um das zu vermeiden, haben manche Router die Fähigkeit, den Datenanteil eines IP-Pakets separat zu beschränken. Die Größe der MSS (Maximum Segment Size) gibt an, welche Zuladung ein IP-Paket haben darf. Dieser Wert ist genau 40 Bytes kleiner als die MTU. Im lokalen Netzwerk kann er aber auf 1492 hochgesetzt werden - so behält das LAN seine volle Leistungsfähigkeit bei und die PPPoE-Verbindung erhält Pakete mit ganzen 1492 Bytes.

Manche backen kleinere Brötchen

Warum es überhaupt nötig ist, den MTU-Wert niedriger als das Optimum zu setzen, erklärt sich aus der Netzwerk-Topologie. Ein mit ISP-Gate arbeitender Provider muss die IP-Header mit den genauen Daten des Tunneling-Verlaufs versehen - das bedeutet bei gleichbleibender zulässiger Gesamtgröße des Pakets in den einzelnen Backbones ein kleineres, weiterzureichendes Paket.

Freenet gibt einen Wert von 1454 als optimale MTU an. Das optimale IP-Paket im Arcor-Netz soll 1488 Byte groß sein. Hierbei orientiert sich Arcor offensichtlich an den ATM-Verteilernetzwerken: 1488 ist ein ganzahliges Vielfaches der Nutzlast einer ATM-Zellen (48 Byte). Somit lässt sich ein IP-Paket in genau 31 ATM-Zellen transportieren; und das scheint ein guter Kompromiss zwischen bestmöglicher MTU und Backbone-Besonderheiten zu sein.

Vertiefungsquellen

Wer sich jetzt einen Überblick in der MTU-Problematik verschafft hat, wird eventuell mehr Informationen zu den hier angerissenen Möglichkeiten der MTU-Optimierung haben wollen: Gezielte Lösungswege sowie weitere Erklärungen liefern die externen Links. Denn wie immer gilt: Wer sich frühzeitig um Problembewältigung kümmert, dem bleiben böse Überraschungen beim Surfen meist erspart.

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