Preise senken, dafür mehr verkaufen
Musik im Internet: Was darf ein Download kosten?
Die Frage ist so alt wie kostenpflichtige Musikdienste im Internet. Was darf ein digitales Musikstück kosten? 99 Cent gilt dank Apple iTunes Music Store als akzeptabler Preis. Der deutsche Marktführer Musicload verlangt teilweise sogar 1,59 Euro pro Download.
Nun prüfte der Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt, inwieweit juristische Sanktionen gegen Anwender und Betreiber freier Tauschbörsen durch die Phonobranche sowie der Einbau von Kopierschutzverfahren viel versprechende Wege aus der Krise sind. Dabei hat das Darmstädter Team auch eine alternative Preisstrategie vorgeschlagen.
Für Raritäten bis zu 79 Cent
Bei der Untersuchung wurden 2.260 Teilnehmer befragt. Das Ergebnis ist eindeutig. Für einen aktuellen Hit würden sich von den 2.260 Teilnehmern unserer Umfrage bei einem Preis von 1,39 Euro lediglich 86 Konsumenten für einen Kauf entscheiden, was einem Umsatz von 119,54 Euro entspricht. Demgegenüber würden bei dem Preis von 38 Cent 1.236 der Befragten den Titel erwerben. Auf diese Weise ließe sich ein Umsatz von 469,68 Euro erzielen. Dies entspricht fast einer Vervierfachung des Umsatzes und wesentlich mehr zufriedene Kunden.
Dabei unterscheidet sich die Kaufbereitschaft der Kunden je nach Download. Während die Befragten für Newcomer 35 Cent ausgeben würden, würden sie für einen aktuellen Hit 38 Cent, für einen älteren Titel 39 Cent und für Raritäten bis zu 79 Cent bezahlen.
Dass billige Downloads tatsächlich mehr Nachfrage erzeugen, hat der Musikdienst RealNetworks bereits bewiesen. Während seiner Aktionswochen hatte das Unternehmen die Downloads seines Musikdienstes für 49 Cent angeboten - also nur die Hälfte von dem, was die Konkurrenz verlangt. Die Strategie ging auf, in dem Zeitraum wurden dreimal so viele Musiktitel verkauft.
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