Wenn Microsoft Spione jagt...
Test: MS Antispyware killt Filesharing-Tools
Christian Rentrop
Doch die Erkennung an und für sich harmloser Software hat noch einen anderen Grund: Offensichtlich ist Microsoft AntiSpyware nicht in der Lage, Kazaa MD von Kazaa Lite zu unterscheiden. Der gleiche Effekt tritt auf, wenn die Spyware-Schleuder eDonkey und das Spyware-freie eMule aufeinandertreffen. Auch hier ist MS AntiSpyware nicht in der Lage, Gut und Böse voneinander zu trennen, in beiden Fällen stolpert das Tool über die vermeintlichen "Ad-Bundler".
Gute ins Töpfchen, schlechte ins Kröpfchen
Das hängt damit zusammen, dass sowohl Kazaa Lite, als auch eMule die gleichen Registry-Einträge benutzen wie ihre "kommerziellen" Geschwister. Offensichtlich greift MS AntiSpy also die Registry-Einträge ab, durchsucht die eigene Datenbank nach vergleichbaren Spyware-Komponenten und erkennt die Filesharing-Tools - egal ob keimig oder nicht - als Schädlinge.
"Schön", mag sich nun einer denken, "endlich hat Microsoft es kapiert, lieber auf Nummer sicher zu gehen." Nur: Was bedeutet Nummer sicher? Zum einen sind die gefundenen Clients auf "Ignore" gesetzt, der Saubermann erkennt sie also, ohne sie selbstständig zu löschen, ein unvorsichtiger Klick kann dem P2P-Tool jedoch schnell mal den Garaus machen.
msantispy
Für Großbildansicht auf ein Bild klicken.Was bedeutet "Mittlereres Risiko"?
Die Filesharing-Tools werden von Microsoft AntiSpyware durch die Reihe mit mittlerem Risiko eingestuft. Das heißt: Wirklich gefährlich sind sie nicht, aber auch nicht ungefährlich, also gibt es auch keinen Grund, sie zu behalten. Unerfahrene Nutzer kommen bei solche aussagekräftigen Einstufungen ins Schwitzen, löschen die Tools und terrorisieren nachher ihre computererfahrenen Freunde damit, dass "Kazaa plötzlich nicht mehr geht."
Das alles wäre ja halb so schlimm, sollten doch unerfahrene Anwender sowieso die Finger von Filesharing-Tools lassen, wäre da nicht noch ein weiteres Problem: Im Test gab Microsoft AntiSpyware vor, parasitäre Software wie den Kazaa Media Desktop restlos zu entfernen. Dummerweise erkennt das Programm bei weitem nicht alle Komponenten.
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