Nicht zu verwechseln mit einem Videoformat

AVI: Pattex für Bild und Ton

Auf Windows-Systemen ist "AVI" de facto der Standard für Multimedia-Dateien. Doch obwohl oder gerade weil "AVI" so weit verbreitet ist, wird die umgangsprachliche Formulierung "Ich habe einen Film im AVI-Format" nahezu immer falsch verwendet. Es gibt keinen Film im Format "AVI". Aber man kann eine Datei im AVI-Container auf dem Rechner speichern. Ein Grund für netzwelt.de mit einigen Missverständnissen aufzuräumen und Klarheit zu schaffen.

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Dateiendung sagt noch lange nichts aus
  2. 2Vom Schiff zum PC
  3. 3Komprimierte Dateien
  4. 4Ausblick in die Zukunft - Matroska kommt

Dateiendung sagt noch lange nichts aus

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"AVI" ist kein Format, sondern lediglich eine von der Firma Microsoft entwickelte Technik, zur gemeinsamen Speicherung von Ton und Bild in einer Datei. Es ist ein Container, also nur die äußere Hülle. Die Dateiendung ".avi" steht für Audio-Video-Interleave und definiert die Lage - besser die Verschachtelung (interleave) - von Audio- und Videospur in dieser Datei.

Bei der Wiedergabe einer Datei im AVI-Container wird Einzelbild für Einzelbild mit der dazugehörigen Tonsequenz geladen und anschließend für die Bildschirm- bzw. Lautsprecherausgabe aufbereitet. Damit Bild und Ton immer zueinander passen und zum richtigen Zeitpunkt wiedergegeben werden, sind die beiden Spuren an fest definierten Punkten (zum Beispiel alle 10 Sekunden) miteinander "verklebt".

Innerhalb dieses Containers kann sowohl unkomprimiertes als auch komprimiertes Videomaterial vorliegen, dadurch ändert sich an der Dateiendung ".avi" nichts. Gleiches gilt natürlich auch für die Audiospur.

Bildlich gesprochen: Sie stehen im Hamburger Hafen und sehen zu, wie einer dieser mächtigen Schiffs-Container von Board eines Hochseefrachters gehoben wird. In dem Contaier ist in diesem Fall Metallschrott. Dieser wird nun auf einem Recylinghof verwertet und zu Blechrollen weiter verarbeitet. Anschließend kommen die Blechrollen wieder in den selben Container und zurück aufs Schiff. Kein Mensch käme auf die Idee zu behaupten, dass dies nun kein Container mehr sei. Schließlich wurde nur der Inhalt verändert. Das Gleiche gilt für den PC.

Vom Schiff zum PC

Sie haben auf ihrem Rechner eine "AVI-Datei" liegen, in der ein unkomprimiertes Video und eine WAV-Datei enthalten sind. Nachdem Sie die Videodatei mit einem geeigneten Programm, zum Beispiel mit dem DivX-Codec, komprimiert und die WAV-Datei zu einer MP3 umgewandelt haben, speichern Sie diese Datei wieder ab. Als Dateiendung wird ihr Computer wieder ".avi" anzeigen und das ist auch richtig so, denn Sie haben nicht den Container verändert, sondern die nur darin enthaltenen Spuren.